Bundesministerin Ilse Aigner sorgt erneut für DiskussionenVier Jahre ist es her, als Anleger im Zuge der Immobilien- und Finanzkrise heftige Wertverluste erlitten haben. Zum Teil fielen die Verluste so hoch aus, weil Banken und Finanzvermittler die Risiken der Anlagen und Risikoneigungen ihrer Kunden falsch eingeschätzt hatten. Nach einer aktuellen Studie des Beratungshauses Steria Mummert Consulting in Kooperation mit dem FAZ-Institut fällt es den Banken nicht leicht, das durch die Finanzmarktkrise verloren gegangene Vertrauen zurückzugewinnen. Zwei von drei befragten Entscheidungsträgern sind der Meinung, dass das Verhältnis zu ihren Kunden nachhaltig geschädigt ist. Der Pessimismus ist noch größer als im Vorjahr.
Selbst Sparkassen und Genossenschaftsbanken, die eigentlich als Vertrauensgewinner der Finanzkrise gelten, sind vom Glaubwürdigkeitsverlust betroffen. Kritisiert wurde nach der Finanzkrise oft, dass kurzfristige Gewinnmaximierung der Banken und Vermittler einem langfristigen Vermögensaufbau und der Risikostreuung der Anleger entgegenstünden. „Banken und ihre Kunden reden oft aneinander vorbei“, bestätigt Dominik Georgi, Professor an der Frankfurt School of Finance & Management. „Geldinstitute tun sich teilweise schwer damit, sich am Kundennutzen zu orientieren.“ In einer Studie von Georgi und seinem Mitautor Moritz Mink nach Kundeninterviews und Expertengesprächen folgert Georgi: „Auch wenn es originär die Grundfunktion von Beratung ist, den Kunden über Anlagemöglichkeiten und insbesondere zu Rendite, Risiko und Liquidität aufzuklären, scheint dies im Beratungsalltag nicht selbstverständlich zu sein.“ Vorsorgeprodukte seien für viele Kunden wenig transparent.
Auch die Organisation der Finanzplaner sieht einen Handlungsbedarf. „Um die Vertrauensbasis zwischen Kunden und Berater wiederherzustellen, haben eine stringente Ausrichtung am Kundennutzen, hohe Betreuungskontinuität und konsequente Qualitäts- und Bedarfsorientierung oberste Priorität“, sagt Rolf Tilmes, Mitglied des Vorstandes des Financial Planning Standards Board Deutschland und Professor für Private Finance & Wealth Management an der European Business School. Auch klare Produktarchitekturen sowie die Gewährleistung transparenter Vergütungsstrukturen seien notwendig. Die Politik setzt einstweilen auf eine stärkere Regulierung bei der Beratung von Finanzprodukten. Nach der Finanzkrise hatte Verbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) die Einführung eines Finanz-Tüv, einen stärkeren Fokus auf Honorarberatung und mehr Transparenz angekündigt. Sie bestätigte aber, dass unter dem plakativen Namen „Finanz-Tüv“ jeder etwas anderes verstehe.
„Die Komplexität der Produkte und die unterschiedlichen individuellen Verhältnisse der Anleger lassen ein pauschales Urteil kaum zu: Was für den einen Anleger geeignet ist, kann für den anderen völlig ungeeignet sein“, sagte Aigner vor drei Jahren. Sie kündigte daher an, Schritt für Schritt zu prüfen, was zu tun ist.




Deutsche Bank / Realtime Indikation

Kommentare
Frau Aigner sollte das tun was sie gelernt hat: Fernseher und Radios reparieren (im elterlichen Betrieb)... Da sollte weniger schief gehen... und ihre Kompetenz zum Vorschein treten.... Es wird immer peinlicher!