BERLIN – Nicht alle Angebote im Internet genießen im Such- und Entscheidungsprozess für Finanz- und Versicherungsprodukte Vertrauen bei Verbrauchern. Vor allem Bankberatern oder Versicherungsvermittlern vertrauen 30 Prozent der Internet nutzenden Finanzentscheider voll und ganz. Dies zeigt die Studie „Prime-Time Internet" des Marktforschungsinstituts YouGov, die Einblick in das Nutzungsverhalten der Finanzdienstleistungs-Kunden im Internet gibt und dort gut 1.000 Nutzer nach dem Informationsmedium Nummer 1 innerhalb der Anbahnungsphase gefragt hat.
Mit 27 Prozent Akzeptanz erreichen Vergleichsportale mit ihrem spezifisch ausgerichteten Angeboten für Produktsucher einen fast ebenso hohen Vertrauenswert wie Meinungs- und Bewertungsplattformen (26 Prozent). Finanzmagazine und -zeitschriften schaffen zu 25 Prozent volles Vertrauen. Dagegen fallen Blogs, soziale Netzwerke, Videofilme/Podcasts oder Werbung mit maximal sieben Prozent in der Vertrauensgunst deutlich ab. Auffällig: Das höchste Vertrauen genießen neben Verbraucherorganisationen (48 Prozent) Bekannte und Verwandte in Finanzfragen (40 Prozent).
Die Internetnutzung zu Finanzthemen ist kein Generationenthema. Laut Studie suchten die unter 30-jährigen das Internet sogar weniger als ältere Finanzkunden auf, um sich zu informieren oder einen Vertrag abzuschließen. Den ersten Impuls gab bei einfachen Produkten wie Girokonto, Bausparvertrag oder Kfz-Versicherung oftmals ein Vergleichsportal (11 Prozent) oder eine allgemeine Suchmaschine (8 Prozent).
Bei unter 30-Jährigen liegen diese Werte mit sechs beziehungsweise drei Prozent deutlich unter dem Durchschnitt. Bei jungen Leuten sind Bekannte und Verwandte (19 Prozent) oder Berater und Vermittler (17 Prozent) überdurchschnittlich häufig Ursache für den Anstoß, nach einfachen Produkten zu suchen.
Labortests zeigen, dass das Internet zwar als erste Orientierung genutzt wird, jedoch die Vielzahl und Komplexität der Informationen den Durchschnittskunden auch schnell überfordern. In diesen Fällen diente eine eher kurze Internetsuche häufig zur Vorbereitung eines persönlichen Beratungsgesprächs. Das Internet baut also kein finales Vertrauen für den Abschluss von Finanz- und Versicherungsprodukten auf. Die endgültige Absicherung erfolgt häufig über eine persönliche Beratung oder Empfehlungen von Vertrauten aus dem persönlichen Umfeld.
Untersucht wurde die Internet-Recherche zu diesen Produkten: Tagesgeld, Konsumentenkredit, Baufinanzierung, Hausrat-, Kfz-, Krankenzusatz-, Riester-Renten-, Risikolebens- und BU-Versicherung. Die psychologischen Labortests belegen, dass Google der mit Abstand wichtigste Einstiegspunkt in die Produktsuche ist. Vergleichsportale holen jedoch auf. In die Tests wurden auch interaktive Dialogangebote diverser Anbieter auf ihrer eigenen Internetseite oder bei Facebook einbezogen, darunter Allianz, AXA, Cosmos Direkt, Deutsche Bank, Ergo, Hannoversche, LVM, Signal Iduna und Zurich.
portfolio international update 16.01.2012/dpo/gcu




Deutsche Bank / Realtime Indikation
