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Ausgabe 03/2017

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Stiftungen
08.09.2017

Expeditionen ins Stiftungsreich

Michael Beier, Heinz-Sielmann-Stiftung (Foto: Thomas Tratnik)

Stiftungen treiben die verschiedensten Themen um. Wer den Finger an den Puls der Szene legt, erfährt Erstaunliches. Manches ist dagegen weniger erstaunlich, zum Beispiel, dass Stifter noch lange nach dem Tod im Zentrum des Wirkens stehen.

Der Bundesverband Deutscher Stiftungen (BDS) ist seit je her eine profunde Quelle für alle, die präzise Informationen über den deutschen Stiftungssektor verlangen, ohne im Dickicht der inzwischen mehr als 21.000 Stiftungen den Überblick zu verlieren. Bereits seit 1991 veröffentlicht der BDS im Verzeichnis Deutscher Stiftungen informative Statistiken. Ein Thema, das Interessenten immer wieder unter den Nägeln brennt, lautet: Wie heißen eigentlich die größten Stiftungen der Bundesrepublik? Die Frage, so heißt es in der Berliner Zentrale, sei nicht einfach zu beantworten. Gleichwohl hält es der Bundesverband „im Sinne der Stärkung des Transparenzgedankens für wichtig“, dieses Thema nicht aus den Augen zu verlieren.

Die Angaben zu den größten Stiftungen privaten Rechts nach Kapital (siehe Tabelle) resultieren aus einer schriftlichen Befragung, die der Bundesverband jährlich an eine Gruppe von rund 100 Stiftungen mit großem Vermögen oder Ausgaben richtet. Gefragt wird darin beispielsweise nach dem Eigenkapital. Dieses beinhaltet das Stiftungskapital beziehungsweise das Grundstockvermögen, man spricht hier auch vom Errichtungskapital und berücksichtigt etwaige Zustiftungen. Treuhandvermögen bleibt aber außen vor.  Zusätzlich werden die Gesamtausgaben inklusive allgemeiner Verwaltungs­kosten erhoben. Das Eigenkapital beziehungsweise die Ausgaben der gemeinnützigen Stiftungen mit den größten Werten werden – soweit die Angaben zur Veröffentlichung freigegeben sind – publiziert. ­Deshalb könne, so der Verband, „kein Anspruch auf Vollständigkeit erhoben werden“.

Nun aber Butter bei die Fische. Zu den größten Stiftungen privaten Rechts zählen unter anderem die Alfried Krupp von Bohlen und ­Halbach-Stiftung mit Sitz in Essen. Die Stiftung brachte es anhand der Zahlen der jüngsten Erhebung auf einen Buchwert von 1,1 Milliarden Euro. Nur wenige Stiftungen in der Bundesrepublik besitzen ein noch größeres Vermögen, wie die Übersicht zeigt, etwa die Baden-Württemberg-Stiftung mit 2,1 Milliarden Euro oder die ­Deutsche Bundesstiftung Umwelt. Mit Ausnahme der Hans-Böckler-Stiftung, der Stiftung Warentest und der Stiftung WWF-Deutschland finanzieren alle Stiftungen in dieser Liste ihre Ausgaben überwiegend aus ­ihrem Stiftungsvermögen. Die Tabelle erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. In die Zusammenstellung wurden nur jene Stiftungen aufgenommen, die bereit waren, ihre Daten zu veröffentlichen.

Aktiv am Aktienmarkt
Die Else-Kröner-Fresenius-Stiftung (EKFS) ist eine der wenigen Großstiftungen in der Bundesrepublik, bei der auch der Verkehrswert ­bekannt ist. Sie ragt nicht zuletzt aufgrund der schieren Größe des Verkehrswertes von mehr als neun Milliarden Euro aus dem Stiftungssektor heraus. Die Stiftung wurde 1983 von der Unternehmerin Else Kröner gegründet und zu ihrer Alleinerbin eingesetzt. Sie dient der Förderung der medizinischen Forschung und unterstützt medizinisch-humanitäre Projekte und bezieht nahezu alle ihre Einkünfte aus Dividenden der Fresenius SE.

Die EKFS besitzt aus der ­Vergangenheit heraus und durch weitere Zukäufe im laufenden Jahr 26,33 Prozent der Aktien der Fresenius SE. Damit ist sie die Nummer eins im Aktionariat des Bad Homburger „Gesundheitskonzerns“, wie sich das Unternehmen selbst bezeichnet. Laut Bundesverband Deutscher Stiftungen belief sich der Verkehrswert der Stiftung, der weitestgehend aus eben jenen Aktien der Fresenius SE resultiert, per 2015 auf 9,426 Milliarden Euro. Da die Aktien seither weiter an Wert gewonnen haben, dürfte das Stiftungsvermögen inzwischen oberhalb von elf Milliarden Euro rangieren.

Der Stifter im Zentrum

Um die Fresenius SE als unabhängiges Ganzes zu erhalten, hat die Stiftungen erst kürzlich weitere 90 Millionen Euro in den Kauf von Stammaktien der in Bad Homburg verwurzelten Fresenius SE investiert. Man wolle mit diesem Schritt ihr langfristig orientiertes Engagement als Ankeraktionärin von Fresenius stärken und das Vermächtnis der Stifterin Else Kröner fortführen. Und auch in der Führung und Ausrichtung der EKFS soll Kontinuität gewährleistet sein. 30 Jahre nach dem Tode der Namensgeberin wird der Lenkungsausschuss im Stiftungsrat im Juni 2018 nach Ende der Testamentsvollstreckung die Aufgaben wahrnehmen, die derzeit noch bei den Testamentsvollstreckern Winfried Baranowski, Dr. Dieter Schenk und Dr. Karl Schneider liegen. Dazu gehöre, die Beteiligung an Fresenius zu verwalten und die damit verbundenen Stimmrechte auszuüben.

 
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