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31.10.2012

Exklusiv: BHW Bausparkasse gibt Maklerbetreuung auf

Postbank-Zentrale in Bonn
Rund 70 Handelsvertretern droht zum 31. Dezember 2012 die Kündigung. Die neuen Verträge und das neue Maklerkonzept der BHW stoßen auf großen Widerstand unter den Betroffenen.

Die BHW Bausparkasse löst zum Jahresende ihre regionale Betreuungsorganisation für Makler und Kooperationspartner auf. Hiervon betroffen sind rund 70 Regionaldirektoren, Regionalleiter, Finanzierungsspezialisten sowie Mitarbeiter im Backoffice. Die meisten davon sind Handelsvertreter (nach Paragraph 84 Handelsgesetzbuch) und vermitteln über Makler hauptsächlich Bausparverträge und Baufinanzierungen an die BHW.

Nach Informationen von portfolio international haben die betroffenen Mitarbeiter am vergangenen Mittwoch, also unmittelbar vor Beginn der Maklermesse DKM in Dortmund, eine schriftliche Ankündigung von der Geschäftsführung erhalten. Darin wurden sie informiert, dass zum Jahresende 2012 die regionale Maklerbetreuung wegfällt und Anfang 2013 durch selbstständige BHW-Repräsentanzen ersetzt wird.

Die BHW hat die Recherche von portfolio international bestätigt, misst der Aktion aber keine große Bedeutung bei. „Bei der Maßnahme handelt es sich ausschließlich um Veränderungen bei der Maklerbetreuung für Drittvertriebe mit einem Anteil von circa zwei Prozent unseres Gesamtgeschäfts“, sagte ein BHW-Sprecher. Schätzungen des AfW Bundesverband Finanzdienstleistungen zufolge gibt es in Deutschland derzeit rund 45.000 registrierte Makler.

Nach BHW-Angaben sind noch keine Kündigungen ausgesprochen worden. Demnächst sollen Gespräche mit sämtlichen Betroffenen geführt werden. Diese müssten sich anschließend entscheiden, ob sie ein Vertragsangebot unter dem neuen Repräsentanzen-Konzept annehmen oder nicht. Wird das Vertragsangebot abgelehnt droht die Kündigung zum 31. Dezember 2012. Dazu sagte der BHW-Sprecher: „Wir gehen davon aus, dass der überwiegende Teil der bisherigen Regionaldirektoren, Regionalleiter und Finanzierungsspezialisten die von uns angebotenen Chancen nutzt.“

Die meisten betroffenen Handelsvertreter besitzen noch sogenannte BHW-Altverträge aus der Zeit vor 2006, als die BHW noch ein selbstständiges Unternehmen war und nicht zum Postbank-Konzern gehörte. Nun versucht die Postbank offenbar, diese Mitarbeiter aus der alten BHW-Struktur in die neue Postbank-Finanzberatungsstruktur zu integrieren. Auch nach 2006 wurden weitere Verträge mit neuen Handelsvertretern abgeschlossen, die genau wie die Inhaber der BHW-Altverträge noch für sie günstige Bonus- und Provisionsregelungen beinhalten.

Genau das scheint der Postbank nun ein Dorn im Auge zu sein. „Durch die Veränderung im Maklervertrieb will die BHW ihre Vertriebsstruktur in diesem speziellen Segment den veränderten Rahmenbedingungen anpassen. Die Verträge spiegeln nicht mehr die heutigen Marktverhältnisse wider“, sagte der BHW-Sprecher.

Unterdessen ist von den Handelsvertretern erheblicher Widerstand zu erwarten. Einige wollen gar einen Rechtsanwalt einschalten und sich gegen eine mögliche Kündigung wehren, wie portfolio international in mehreren Gesprächen erfahren hat. In einem sind sich die Betroffenen einig: Das neue BHW-Maklerkonzept wird einen absehbaren Einfluss auf die Betreuungsqualität haben. Während ein Regionaldirektor von einem „inhaltlich untragbaren Konzept“ sprach, sagte ein weiterer: „Das war ein Schnellschuss der Geschäftsführung. Das neue Konzept ist unvorbereitet und nicht nachvollziehbar. Uns fehlen jede Menge Informationen.“

Aus Unternehmenskreisen hat portfolio international zudem erfahren, dass der Einspardruck offenbar so groß gewesen sein muss, dass die Geschäftsleitung einer Empfehlung der juristischen Abteilung nicht gefolgt sei. Die Rechtsabteilung soll der Geschäftsführung einen späteren Schließungstermin der betroffenen Unternehmenseinheit, nämlich Ende des Jahres 2013, empfohlen haben. Dies hat der Sprecher auf Nachfrage nicht bestätigt.

Die BHW Bausparkasse ist mit ihren Aktivitäten in den Geschäftsfeldern Bausparen und private Baufinanzierung eng in den Konzern Deutsche Postbank mit seinen rund 14 Millionen Kunden eingebunden. Es ist zu vermuten, dass der Kostensenkungsdruck von noch weiter oben kommt. Die Postbank befindet sich mehrheitlich im Besitz der Deutschen Bank. Durch die Einbindung der Postbank in den Deutsche-Bank-Konzern versucht die Konzernmutter derzeit ihre Eigenkapitalseite zu stärken. Die Deutsche Bank besitzt zudem mit der Deutsche Bank Bauspar AG eine eigene Bausparkasse.

Eine weitere Maßnahme, die auf eine rigorose Kostenkontrolle bei der BHW Bausparkasse hindeutet, ist die Beförderung von Lars Stoy zum Finanzvorstand der BHW Anfang September. Bislang hatte der BHW-Vorstand unter der Leitung von Dieter Pfeiffenberger keinen separaten Finanzvorstand. Stoy verantwortete das Finanzen-Ressort seit 2009 als Generalbevollmächtigter.

portfolio international update 31.10.2012/gcu/rko

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