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Beratung

23.03.2012

Es werde Honorarberatung

Die gesetzliche Verankerung der Honorar­beratung lässt noch auf sich warten. Nun ist allerdings wieder Bewegung in die Diskussion gekommen. Der Bundestag hat sich jüngst mit dem Thema befasst, außerdem stehen die Reformvorschläge für die EU-Finanzmarkt-Richtlinie Mifid II an.

Passend zum wieder aufgeflammten Schlagabtausch in Sachen Honorarberatung hat nun die Finanzdienstleistungs-Gesellschaft MLP einen Schritt in Richtung Honorar­beratung gemacht. „Die Vermögensberatung wird bei MLP künftig mit einem jährlichen Entgelt von 1,2 Prozent plus Mehrwertsteuer vergütet“, sagte der Produktvorstand des Unternehmens, Manfred Bauer, Mitte Februar in einem Presseinterview. Das Entgelt bezieht sich auf das betreute Depotvolumen. Bei „größeren Vermögen“ könne die Gebühr gestaffelt auf 0,8 Prozent sinken. Dazu kommen laut MLP bei einem Anlageabschluss marktübliche Ausgabeaufschläge. Die Vertriebsfolgeprovisionen, die sogenannten Kick-backs, erhalten Neukunden in diesem Modell bei einem Abschluss erstattet. Bestandskunden können in dieses Modell wechseln. Mit diesem Ansatz bietet das Finanzunternehmen bei der Betreuung von Kundenvermögen neben dem sonst üblichen Provisionsvertrieb eine der möglichen Formen der Honorarberatung an. In diesem Modell bezahlen die MLP-Kunden für die Beratungsleistung keinen zuvor festgelegten Pauschalbetrag oder Stundensatz, sondern einen bestimmten Anteil entsprechend der Höhe des Depotvermögens. Dies ist eine von mehreren Möglichkeiten zur Vergütung der Honorarberatung, die die Beteiligten für eine künftige gesetzliche Grundlage diskutieren.

Die Finanzbranche denkt allmählich um
Mit dieser Lösung nimmt MLP für sich eines der denkbaren Bezahlmodelle vorweg. Die EU-weite Regulierung in der für 2013 angepeilten neuen Finanzmarkt-Richtlinie ,,Mifid II“ ist laut dem MLP-Mann Bauer noch zu weit entfernt von konkreten Entscheidungen. Wie die Regelung dann aussehen wird, könne heute niemand voraussehen. Das Unternehmen wolle sich daher ohne politischen Druck auf die Bedürfnisse der Kunden einstellen.

Allein um den Kunden etwas Gutes zu tun, betreibt allerdings keine Firma Geschäft. Das neue Modell lässt vielmehr auch darauf schließen, dass mit den anstehenden gesetzlichen Änderungen, ob nun erst deutschlandweit oder mit Mifid II EU-weit, an einem Umdenken in der Finanzindustrie in puncto Honorarberatung kein mehr Weg vorbeigeht.

Banken müssen ihr Geschäft umbauen
Neue Bewegung in die Honorarberatungsdebatte brachte Mitte Januar die Aussprache im Deutschen Bundestag zum Thesenpapier „Eckpunkte für eine gesetzliche Regelung des Berufsbildes der Honorarberatung“, das das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz im vergangenen Sommer vorgelegt hatte. Politischer Druck ist also vorhanden – wenn auch Ilse Aigner, als Bundesministerin Urheberin des Eckpunktepapiers, mittlerweile mitunter als „Ankündigungsministerin“ gilt.

Eine klare gesetzliche Regulierung der Honorarberatung ist natürlich Wasser auf die Mühlen dieser Zunft, so auch für Dieter Rauch, Gründer und Geschäftsführer des Verbundes deutscher Honorarberater (VDH). Als einen der wesentlichen Schnittpunkte zwischen dem Eckpunktepapier des Bundesministeriums und den Reformvorschlägen zur EU-Richtlinie betont Rauch den Aspekt der Unabhängigkeit. „Nach den geplanten Bestimmungen zum Anlegerschutz in Mifid II muss eine Wertpapierfirma den Kunden vor einer Beratung darüber informieren, ob die Anlageberatung unabhängig erbracht wird oder nicht“, erläutert er. Aus seiner Sicht kann sich damit eine Bank, die hauseigene Anlageprodukte anbietet, nicht mehr ohne weiteres als unabhängig bezeichnen. „Wenn eine Bank unabhängig beraten will, muss sie zum Beispiel ihre Produktarchitektur öffnen“, meint der VDH-Mann. Nach den Reformvorschlägen für die geplante Mifid II sollen Finanzinstrumente im Zuge einer unabhängigen Beratung „hinsichtlich ihrer Art und Emittenten oder Produktanbieter gestreut sein“ und nicht auf jene beschränkt, die von einer Stelle emittiert und angeboten werden, die in enger Verbindung zur Wertpapierfirma steht. Zudem müsste die Beratung eine ausreichende Zahl an Finanzinstrumenten anbieten. Klar ist allerdings (noch) nicht, was als ausreichend gilt.

Lesen Sie weiter im Teil 2: Ein Kunde, zwei Beratungsmodelle

portfolio international 16.03.2012

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