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Beratung
01.09.2015

Ernüchternder bAV-Ökotest

Die Entgeltumwandlung per Direktversicherung oder Pensionskassenrente lohnt sich meist nicht. Dieses ernüchternde Fazit ergab eine Untersuchung von Barbara Sternberger-Frey, dokumentiert in der September-Ausgabe von „Ökotest“, die jetzt erschienen ist.

Das Gros der Tarife zur Entgeltumwandlung kann den Anspruch nicht erfüllen, dass bAV für ein auskömmliches Einkommen im Alter sorgt. „Denn sie sind zu teuer, zu unflexibel und völlig intransparent“, sagt Barbara Sternberger-Frey, Finanzjournalistin aus Pulheim. „Notwendig ist jetzt der Abbau aller Fehler im System, um das Ergebnis aus Kundensicht zu verbessern“, so die Autorin der Ökotest-Untersuchung.

Bislang sind Betriebsrenten aus Entgeltumwandlung eher ein Verlustgeschäft. Das mussten jetzt die „Pioniere” feststellen, die 2002 mit der seinerzeit eingeführten Entgeltumwandlung starteten und jetzt ins Rentenalter gekommen sind. Die Untersuchung betraf 418 Offerten von 32 Versicherern und 17 Pensionskassen für 2015. Dabei handelte es sich um 50 Tarife für klassische Direktversicherungen, darunter 31 Einzel- und 19 Kollektivtarife, 41 Tarife für fondsgebundene Direktversicherungen sowie 21 Tarife von Pensionskassen.

Ergebnis: Beim Gros der Tarife geht die Leistung zurück. So sank die garantierte Monatsrente für einen 30-jährigen Musterkunden in nur einem Jahr um durchschnittlich über 15 Prozent. Mit durchschnittlichen Vertragskosten von 13,22 Prozent in der Ansparphase sind viele Offerten genauso teuer wie private Rententarife, heißt es in Ökotest. Ein Fehler im System gehöre dringend ausgemerzt: Die durch Gehaltsverzicht angesparte Betriebsrente ist nicht nur voll steuerpflichtig. Wer als Rentner gesetzlich krankenversichert ist, muss darauf auch noch die vollen Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung abführen – und zwar den Arbeitgeber- und den Arbeitnehmeranteil.

Unter den getesteten Angeboten konnte  Ökotest nur sieben Nettotarife bei den Direktversicherungen und sechs Tarife bei den Pensionskassen entdecken, die kostengünstig, schlank, transparent, flexibel und leistungsstark sind. Sie zeigen, dass die Betriebsrente zum Erfolgsmodell werden könnte. Dazu müsste der Gesetzgeber die Fehler im System beseitigen. Als empfehlenswert wurden bei Direktversicherungen insbesondere die Nettotarife der Stuttgarter (Direct Rente Klassik) und  von My Life (LNKK) herausgestellt. Allerdings wird im Test, der rein aus Arbeitnehmersicht angelegt ist, ohne Beratungskosten gerechnet. Damit hinkt der Vergleich zu den Bruttotarifen, wo die Vertriebskosten in aller Regel einkalkuliert sind. Immerhin wird in den Anmerkungen angegeben, ob der Betrieb den jeweiligen Tarif ohne weitere Kosten direkt beim Versicherer bekommen kann oder ob der Tarif nur über Makler und Honorarberater erhältlich ist. 

Apropos Kosten: Zwar müssen die Versicherer seit Jahresbeginn die Gesamtkosten ihres Vertrags bündeln und in Form der so genannten Renditeminderung durch Kosten ausweisen – auch Effektivkosten genannt. „Doch dabei wird mehr Vernebelung als Durchblick produziert, so Sternberger-Frey. Hintergrund: Der Gesetzgeber hat leider nicht bestimmt, wie die Kennzahl berechnet werden soll. Und ohne einen Berechnungsstandard kann jeder kreativ rechnen; die Werte sind praktisch nicht vergleichbar.

Beispiel Gothaer: Der Versicherer stellte sich im Ökotest für den Musterfall des 30-Jährigen mit dem Klassiktarif (RR412M1) und Effektivkosten von bescheidenen 0,34 Prozent als einer der kostengünstigsten Anbieter dar. In Wahrheit zählt die Gothaer jedoch mit 8.449 Euro oder umgerechnet 15,08 Prozent Gesamtkosten zu den teuersten Anbietern klassischer Direktversicherungen. Das verrät aber nur ein Blick auf die von Ökotest nach einheitlichem Schema berechnete Gesamtkostenquote (Reduction in Payment), betont die Autorin. Anders als bei der Effektivkostenquote berechnet Ökotest den Vertrag ohne Kosten (auf Basis der garantierten Verzinsung) und vergleicht das in Aussicht gestellte Garantiekapital zu Rentenbeginn damit. Die Differenz entspricht den Vertragskosten inklusive der durch Vertragskosten entgangenen Verzinsung. Und diese Differenz setzt Ökotest in Relation zum Vertrag ohne Kosten.  

Das Magazin kritisiert: Bis heute werden die gesamten Kosten von den Anbietern niemals offen ausgewiesen. Im Produktinformationsblatt seien meist nicht alle Kostenpositionen enthalten. Zudem wird neuerdings immer öfter an der Kostenschraube in der Auszahlphase gedreht. Kein Wunder: Bislang ist der Ausweis der Kosten im Rentenbezug noch keine Pflicht, geschweige denn fließen sie in die üblichen Kostenkennziffern mit ein. Viele Versicherer wenden hier eine Verschiebetaktik an. Waren bisher meist Verwaltungskosten im Rentenbezug von 1,0 bis 1,5 Prozent der Jahresrente üblich, so stellte Ökotest nun für 2015 schon Werte von 1,5 bis 1,9 Prozent fest.  

Detlef Pohl

(Bild: Ökotest)

Weiterführende Links: 

portfolio international update 01.09.2015

 

Kommentare

Die Autorin ist bereits seit Jahren bemüht, die bAV schlecht zu reden. Neben zweifelhaften Vergleichsrechnungen wird nicht bedacht, dass insbesondere in der bAV mit geringem Liquiditätsverzicht eine nennenswerte Altersversorgung finanziert werden kann. Zudem beteiligen sich viele Arbeitgeber an der Beitragszahlung, entsprechende Tarifverträge sind auf dem Vormarsch. Frau Sternberger-Frey hat sicherlich gute Ideen, wie sich Altersarmut vermeiden lässt. Nur leider verrät sie diese nicht. Jedenfalls ist eines sicher: Im nächsten Jahr gibt es neue Negativschlagzeilen von der "Finanzexpertin" zur bAV.

Ich war wirklich gespannt, was so ein "Pionier" mit Vertrag aus 2002 heute als Rentner bekommt, denn so beginnt der Test. Aber dazu dann kein Wort mehr.. Die Zahlen passten dann wohl nicht zum verfestigten Meinungsbild. Der unbefangene Leser wird schnellstmöglich seine bAV einstellen, das freiwerdende Nettoeinkommen auf den Kopf hauen und als Rentner in der Hartz IV- Beantragungs-Schlange stehen und dabei das aktuelle Ökotestheft lesen.

Es ist schlichtweg verantwortungslos, wie in solchen Tests mit Polemik den Bürgern die Altersvorsorge schwer gemacht wird. Und wenn da schon über Transparenz gesprochen wird, sei gesagt, dass die von der Autorin gemachten Kostenrechnungen alles andere als transparent sind. Es ist auch immer nur die Sparleistung mit der Renten- oder Kapitalleistung verglichen worden. Dass der Arbeitnehmer Steuer- und Sozialversicherungsvorteile oder gar einen Zuschuss vom Arbeitgeber bekommen, bleibt ungenannt. Herzlichen Glückwunsch zur Förderung der Altersarmut. Die Steuerzahler sagen danke!

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