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Beratung
03.03.2015

Diesmal schießt Kravag über das Ziel hinaus

Die Kravag, Autoversicherer der R+V Versicherungsgruppe, will Maklern Bonitätsprüfungen der Kunden aufbürden. Es gibt quasi wöchentlich neue Hiobsbotschaften aus dem Hause R+V. Man hat den Eindruck, die Rolle von selbstständigen Versicherungsmaklern, die bekanntlich im Lager des Kunden stehen, ist noch nicht ganz verinnerlicht.

Was war passiert? Im Dezember hatte Kravag über ihr „Telegramm für Makler und Mehrfachagenten“ angekündigt, zum 28. März 2015 in der Kfz-Versicherung für Privatkunden eine Bonitätsprüfung einzuführen – jeweils bei Ausfertigung des Versicherungsscheins. Kravag erhält damit Auskunft über harte Bonitätsmerkmale der Kunden. Soweit, so gut. Aber der Versicherer will das nicht selbst dem Kunden mitteilen, sondern verlangt es auch von Maklern, die Kunden über die Bonitätsprüfung zu informieren.

In mehreren Fällen widersprachen Makler der Aufforderung und verweigerten ihre Unterstützung, „da die Information unserer Kunden und die damit entstehende Dokumentation erhebliche Änderungen innerhalb unserer Arbeitsabläufe verursachen würde“, schrieb ein Makler zurück. Er verwies zudem auf zusätzliche Kosten, und ob Kravag diese Kosten zu übernehmen gedenke.

Es dauerte fast zwei Monate, ehe er eine Antwort bekam. Darin beharrte Kravag darauf, dass der Makler „unsere gemeinsamen Kunden über die Verwendung ihrer personenbezogenen Daten zur Einholung einer Bonitätsauskunft informiert“. Man stelle auch in den technischen Systemen einen Hinweistext zur Verfügung, den „der Makler seinem Kunden bitte vorlesen“ soll.  Dies sei „unerlässlicher Bestandteil des Antragsprozesses“.

Wer weiß, wie wenig Courtage der Abschluss von Kfz-Policen bringt, kann sich die Begeisterung der Makler vorstellen, eine telefonische Lesestunde abzuhalten, um der Kravag zu gefallen. Da wird die Begeisterung auch nicht größer, wenn Kravag nachlegt: „Da Sie als Makler die personengebundenen Daten unserer gemeinsamen Kunden zuerst erheben und an uns weitergeben, muss diese Information (über die Bonitätsauskunft) zwingend durch Sie erfolgen“, schreibt Rainer Horstmannshoff von der Kravag Allgemeine Versicherungs-AG.

Es bleibt aber sein Geheimnis, warum Kravag das hinterher nicht selbst telefonisch oder anderswie erledigt, wenn man denn so großen Wert darauf legt. Und mit einer dienstlichen Anweisung – wonach es verdächtig klingt – ist einem Makler nun gar nicht beizukommen. „Als Makler stehen wir im Lager des Kunden und sind insbesondere kein Erfüllungsgehilfe des Versicherers“, schrieb Versicherungsmakler Harald Thummet den Hamburgern zurück. „Insofern können wir die der Kravag obliegenden Informationspflichten gegenüber dem Kunden auch gar nicht wahrnehmen.“

Selbst wenn sich Versicherer und Makler im Rahmen eines Dienstleistungsvertrages darauf verständigen würden, dass der Makler seinen Kunden im Auftrag des Versicherers informiert, bleiben generelle Fragen. Welche Vergütung soll dafür angemessen sein? Und: Entsteht eine Umsatzsteuerpflicht, wenn Bonitätsauskünfte eingeholt und Informationspflichten für Fremde erfüllt werden? Gleichwohl deckt die Vermögensschaden-Haftpflichtversicherers des Maklers solche Tätigkeiten nicht. Auch eine entsprechende Gewerbeerlaubnis fehlt. „Völlig undenkbar ist auch, dem Kunden einen Hinweistext nur vorzulesen, ohne ein schriftliches Beratungsprotokoll zu erstellen“, winkt Thummet ab. So arbeite womöglich ein Bankenvertrieb oder ein Handelsvertreter, aber kein Makler. Thummet lehnte das Ansinnen weiter ab.

Nun liegt der Ball wieder im Feld der Kravag, die sich etwas einfallen lassen muss, um ihre Verpflichtungen, die der Gesetzgeber den Versicherern auferlegt hat, gegenüber den Kunden zu erfüllen. „Die gesetzlichen Regelungen der Paragrafen 37 und 38 Versicherungsvertragsgesetz genügen den schutzwürdigen Interessen der Versicherer, so dass eine Bonitätsprüfung meiner Meinung nach vernachlässigt werden kann“, meint Wilfried E. Simon, 1. stellvertretender Vorsitzender der Interessengemeinschaft Deutscher Versicherungsmakler (IGVM). Wenn der Versicherer dennoch prüft, muss er sich selber drum kümmern.  

Erst kürzlich hatte die R+V,  auch für ihre Töchter Kravag und Condor, Maklern weitergehende Verpflichtungen auferlegen wollen. So wollte man, dass Makler vom Kunden unterzeichnete Maklervollmachten auf Anforderung der R+V zur Verfügung gestellt werden.“ Und weiter: „Der Makler hat die … laut Code of Conduct … bestehenden Informationspflichten gegenüber dem Versicherten sicherzustellen.“ Die IGVM nannte das Vorgehen der R+V einen unrechtmäßigen und damit unzulässigen Eingriff in den eingerichteten Gewerbebetrieb des Maklers.  

Detlef Pohl

(Bild: Kravag)

Weiterführende Links: 

portfolio international update 03.03.2015/

 

Kommentare

Wo ist das Problem, den Kunden darüber zu informieren, dass eine Bonitätsprüfung durchgeführt wird? Das machen doch mittlerweile fast alle Gesellschaften. Wenn der Kunde nicht zahlt, wird doch die Courtage zurückgefordert, damit habe ich als Makler von der Bonitätsprüfung doch auch einen Nutzen. Obwohl es eigentlich nicht meine Aufgabe ist...

Und wieder eine Versicherer-Dienstleistung, die wir ohne Gegenleistung übernehmen sollen. Nein, liebe KRAVAG , das ist nicht der Job eines Versicherungsmaklers nach § 34 d. Wir sind und werden kein Erfüllungsgehilfe des Versicherers. Im Übrigen wird man in einer Partnerschaft vorher gefragt, ob man das auch machen möchte! Und wenn dem so ist, handelt man vorher Bedingungen aus. Ich kenne keinen Grund, warum ich diese Versichererpflicht ohne Entgelt übernehmen soll. 50 € Vorlesepauschale, das wäre doch ein Angebot, oder liebe Kollegen? Doch mal wieder werden wir vor vollendete Tatsachen gestellt. Kommunikation ist nicht die Stärke des genossenschaftlichen Unternehmensverbundes!!!!

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