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Vorsorge
07.02.2017

Das Wohneigentum kommt nicht voran

Wohneigentumsquoten in Deutschland

Wohneigentum gilt als beste Altersvorsorge, viele Mieter wünschen sich eigene vier Wände. Baugeld ist so billig wie nie zuvor, Anreize zum Sparen gibt es kaum, und Wohneigentum ist nach wie vor erschwinglich. Trotzdem kommt die Eigentumsquote in Deutschland nicht vom Fleck, das wird sich vermutlich auch künftig nicht ändern.

In der Studie „Eigentumsbildung 2.0“ hat das Eduard Pestel-Institut für Systemforschung, Hannover, im Auftrag des Verbändebündnisses „Wohnperspektive Eigentum“ die Entwicklung der Wohneigentumsbildung in Deutschland auf der Ebene der Länder und Kreise untersucht. Danach ist der Anteil von Eigentumswohnungen an den bewohnten Wohnungen in Wohngebäuden in Deutschland zwischen 1998 und 2014 von 40,9 auf 45,5 Prozent gestiegen. Auffallend ist jedoch, dass es zwischen 2010 und 2014 nicht nur keinen Zuwachs mehr gab, sondern, dass die Wohneigentumsquote in neun von 16 Bundesländern sogar leicht gefallen ist.

Als einen Grund hat das Pestel-Institut erkannt, dass vor allem der durch die Zuwanderung gestiegenen Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund, die überwiegend zur Miete wohnen, dazu beigetragen hat, dass die Verbreitung des Wohneigentums stagniert oder rückläufig ist. Trotz der Fortschritte in Ostdeutschland gehören dort weite Gebiete immer noch zu den Regionen mit unterdurchschnittlichen Wohneigentumsquoten. Auffällig ist aber auch, dass die Wohneigentumsquote in den wirtschaftlich dynamischen süddeutschen Regionen, die traditionell zu den Eigenheim-Hochburgen zählen, seit 2011 sinkt.

Die Wohneigentumsbildung erfolgt in der Regel zwischen dem 25. und 45. Lebensjahr, stellt das Pestel-Insitut fest. Der erstmalige Erwerb von Wohneigentum vor dem 25. Lebensjahr dürfte nahezu ausschließlich über Erbschaften oder Schenkungen möglich sein, da die individuelle Erwerbsbiografie in diesem Lebensalter weder ausreichendes Einkommen noch Eigenkapital vermuten lässt. Jenseits des 45. Lebensjahres sei die verbleibende Erwerbsphase für die Tilgung der im Normalfall notwendigen Kredite dann häufig nicht mehr ausreichend.

Weil der Anteil der unter-40-jährigen Wohneigentumserwerber gesunken ist, befürchtet das Pestel-Institut negative Auswirkungen auf die weitere Entwicklung. Die höchste Wohneigentumsquote zeigt sich in allen Stichproben bei der Altersgruppe der 60- bis unter 65-Jährigen. Die Steigerung sei allerdings weniger auf den erstmaligen Kauf einer eigenen Wohnung oder eines eigenen Hauses zurückzuführen, sondern dürfte überwiegend auf Erbschaften und Schenkungen beruhen. Bei der heutigen Lebenserwartung sind die Erben beim Antritt des Erbes überwiegend zwischen 45 und 65 Jahren alt, stellt das Pestel-Institut fest.

Der Neubau konnte nach Feststellung der Forscher nicht dazu beitragen, die Eigentumsquote zu verbessern. Dies sei unter den gegebenen politischen Zielstellungen bei der Flächenverwendung auch künftig nicht zu erwarten. Eine Hochrechnung bis zum Jahr 2025 auf der Basis der durchschnittlichen Wohnungsbaustruktur der vergangenen vier Jahre und unter Ansatz eines Wanderungsgewinns von 300.000 Personen pro Jahr zeigt eine Erhöhung der Eigentümerquote um einen Prozentpunkt, so das Pestel-Insitut. Lege man die Wohnungsbaustruktur des Jahres 2015 zugrunde, so sinke die Eigentümerquote um 0,5  Prozent. Ohne eine Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Wohneigentumsbildung sei eine Steigerung der Wohneigentumsquote in Deutschland somit nicht möglich.

Schon seit geraumer Zeit wird darüber diskutiert, mit welchen Maßnahmen die Politik bessere Rahmenbedingungen den Erwerb von Wohneigentum, vor allem durch junge Familien, fördern könnte. Zur Debatte stehen unter anderem die Zulassung von Abschreibungsmöglichkeiten für Wohnungen, die steuerliche Förderung von Zinsaufwendungen, die Gewährung von nicht rückzahlbaren Zuschüssen, einkommensabhängige Investitionszulagen, Baukindergeld und staatlich garantierte Nachrangdarlehen. Vor der Bundestagswahl 2017 ist damit nicht zu rechnen.

Hans Pfeifer

(Grafik: Pestel-Institut)

Weiterführende Links:

Zur Studie des Pestel-Instituts „Eigentumsbildung 2.0“

Wohneigentumsquoten in Deutschland und in Europa


Wohneigentumsquote und Familienbildung


portfolio international update 07.02.2017

 

Kommentare

Auch aufgrund der beruflich geforderten Mobilität kaufen meiner Erfahrung nach insbesondere die jungen Menschen im Alter zwischen 25 und 35 Jahren kein Wohneigentum. Viele Unternehmen schicken ihre Mitarbeiter alle paar Jahre von A nach B oder erzwingen durch Personalabbauprogramme den Jobwechsel, oft in eine andere Stadt. Wer heute in München arbeitet und morgen in Hamburg, wohnt eben lieber zur Miete.

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