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Access VSP Europe GF 3.490,38%
Access VSP Europe GF 3.183,59%
Access VSP Europe GF 3.100,54%

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18.05.2006

Die Fondsbörsen starten durch

Mit dem Start des Fondshandels über die Frankfurter Börse bekommt der Vertrieb neue Impulse. Auch wenn sich viele Vermittler gelassen geben, dürfte sich der Frontalangriff der deutschen Börsen auf die herkömmlichen Vertriebswege gerade für abschlussorientierte Verkäufer negativ auswirken. Der Schaden für Vermittler mit qualifiziertem Beratungsansatz dürfte indes begrenzt sein.

Der Vertrieb reagiert auf den Start des Fondshandels über die Frankfurter Börse so, wie man es auch aus anderen Branchen kennt: Der Markteintritt eines Konkurrenten wird zunächst mit Gelassenheit kommentiert.
Beispielsweise sagt Marianne Brunert, Vermögensbetreuerin aus München: Dass der Druck auf die Ausgabeaufschläge zunehmen würde, zeichnet sich schon seit Jahren ab. Ich bin frühzeitig auf Honorarberatung umgestiegen. Dafür bietet sie ihren Kunden Fondsanteile zu Netto­anlagevermögen (NAV) an, Daher schreckt mich der Börsenhandel nicht, so die Beraterin. Ähnlich die Einschätzung bei der Frankfurter Finanzberatung Müller & Veith. Wir sehen uns vom Fondshandel der Börsen nicht betroffen, da wir uns größtenteils über eine Verwaltungsgebühr tragen, sagt Partner Michael Müller.

Mit dem Start des Fondshandels über die Frankfurter Börse bekommt der Vertrieb neue Impulse. Auch wenn sich viele Vermittler gelassen geben, dürfte sich der Frontalangriff der deutschen Börsen auf die herkömmlichen Vertriebswege gerade für abschlussorientierte Verkäufer negativ auswirken. Der Schaden für Vermittler mit qualifiziertem Beratungsansatz dürfte indes begrenzt sein.



Der Vertrieb reagiert auf den Start des Fondshandels über die Frankfurter Börse so, wie man es auch aus anderen Branchen kennt: Der Markteintritt eines Konkurrenten wird zunächst mit Gelassenheit kommentiert.


Beispielsweise sagt Marianne Brunert, Vermögensbetreuerin aus München: Dass der Druck auf die Ausgabeaufschläge zunehmen würde, zeichnet sich schon seit Jahren ab. Ich bin frühzeitig auf Honorarberatung umgestiegen. Dafür bietet sie ihren Kunden Fondsanteile zu Netto­anlagevermögen (NAV) an, Daher schreckt mich der Börsenhandel nicht, so die Beraterin. Ähnlich die Einschätzung bei der Frankfurter Finanzberatung Müller & Veith. Wir sehen uns vom Fondshandel der Börsen nicht betroffen, da wir uns größtenteils über eine Verwaltungsgebühr tragen, sagt Partner Michael Müller.Ebenso gelassen Sylvia Gensler, freie Beraterin aus München: Unsere Kunden wissen um den Wert der Beratung und der laufenden Betreuung und schätzen dies auch, indem sie dafür etwas bezahlen. Genslers Argument: Billig kann ganz schön teuer werden, nämlich dann, wenn wegen schlechter Beratung der falsche Fonds gekauft wurde oder die Asset Allocation nicht stimmt.


  • Wachstum der Börsen

Seit einiger Zeit betreiben die Regionalbörsen Hamburg, Berlin und Düsseldorf den börslichen Fondshandel und konnten sowohl die Anzahl der gehandelten Fonds als auch die Volumina steigern. In den Monaten Januar und Februar 2006 betrug das Handelsvolumen bereits rund 1,4 Milliarden Euro, im Jahr 2005 waren es noch insgesamt drei Milliarden Euro. Die zehn Top-Fonds an der Börse Berlin haben beispielsweise Tagesumsätze zwischen 250.000 und 650.000 Euro.


  • Agio Ade

Angesichts der hohen Wachstumsraten bei den Fondsbörsen könnten etliche Vertriebe Probleme bekommen, vor allem, wenn der Fondsmarkt nicht substanziell wächst. In erster Linie dürften dabei die Ausgabeaufschläge weiter unter Druck kommen. Und wer auf das Agio angewiesen ist, der gerät automatisch in eine Rabattschlacht mit den Börsen, und die locken die Kunden mit der eingängigen Formel null Ausgabe-aufschlag. Ich sehe eine gewisse Sorge bei Kollegen, die überwiegend von den Ausgabeaufschlägen leben, sagt Vermögensberaterin Brunert aus München. Anleger werden zunehmend besser aufgeklärt, deshalb wird es im reinen Fondsvermittlungs-geschäft eine spürbare Abwanderung geben, prognostiziert Michael Müller.


Jörg Röckinghausen, Leiter Produktmanagement Geldanlage bei MLP, sieht zwar nach wie vor eine Berechtigung für Ausgabeaufschläge - allerdings nur, wenn die Beratung stimmt. Beim Großteil der Kunden steht eine Produktauswahl im Mittelpunkt, die zum jeweiligen Anlegertyp und seinem gesamten Finanz- und Vorsorgekonzept passt. Für diese qualifizierte Beratung seien MLP-Kunden bereit, einen Ausgabeaufschlag zu zahlen.


  • Reaktion der Banken

Und die Banken? Natürlich werden wir gelegentlich von Kunden gefragt, ob wir Fonds auch ohne Ausgabeaufschlag über eine Börse kaufen können. In bestimmten Fällen und bei speziellen Kunden wird die Order dann in der Form abgewickelt, erklärt Frank Mangler, Vermögensberater bei der Volksbank Allgäu-West. Dann verdiene ich mit meinem Profit-Center keinen Ausgabeaufschlag, sondern nur die Ankaufs- und Verkaufsprovision, diese ist etwas geringer. Weniger locker reagiert ein Berater vom Discount-Anbieter Cortal-Consors und rät vom Anteilskauf über die Börse ab. Schließlich sei der Markt noch recht eng und die Spreads, also die Spanne zwischen Kauf und Verkauf, hoch. Ob es da­ran liegt, dass beim Kauf der Fondsanteile über die Börse nicht immer die Bestands­pflegeprovision an die Bank gezahlt wird? Comdirekt dagegen öffnet im Online-Handel - klick - die Fenster zu den diversen Fondsbörsen.


  • Wie groß sind die Vorteile für Privatanleger wirklich?

Die Vorteile des Börsenhandels von Fonds sind für Privatanleger auf den ersten Blick interessant: Die Mindestanlagesummen entfallen, da an der Börse auch einzelne Anteile gehandelt werden können. Außerdem lässt sich mit Limits und Stop-Loss arbeiten, was beim Kauf über die Fondsgesellschaft nicht möglich ist. Darüber hinaus wird über die Börse die Order sofort ausgeführt, bei laufender Kursfeststellung zwischen neun und 20 Uhr; auch Intra-Day-Handel ist damit möglich. Während es bei einigen Fondsgesell-schaften mehrere Tage dauern kann, bis der Verkaufserlös auf dem Kundenkonto gutgeschrieben ist, sind es an deutschen Börsen zwei Valutatage.


Die Fondsbörsen haben sich als funktionierender Handelsplatz in schwierigen Situa-tionen bewährt, beispielsweise im Zusammenhang mit der kürzlichen Schließung der offenen Immobilienfonds: Hier stellten die Börsen die einzige Möglichkeit für Anleger dar, ihre Anteile zu liquidieren, wenn auch der Börsenkurs zum Teil einen deutlichen Discount zum NAV aufbaute. Auch Fonds, bei denen die Ausgabe neuer Anteile eingeschränkt ist, sind über eine Börse erhältlich. So etwa der Griffin Euro Opportu-nities oder der FPM Stockpicker Germany Fund.


Das Argument der günstigeren Kosten ist allerdings nicht immer stichhaltig: Es fallen Wertpapierhandelsprovisionen sowie Maklercourtage an, und zwar sowohl bei An- als auch bei Verkauf. Dagegen ist der Verkauf über die Fondsgesellschaft in der Regel kostenfrei (siehe das Beispiel auf dieser Seite).


Außerdem weisen einige Fonds an der Börse Spreads von bis zu zwei Prozent auf. Berücksichtigt man dann noch Depotgebühren von rund 0,125 Prozent pro Jahr, rechnet sich der Börsenhandel von Fondsanteilen nur wirklich, wenn man sie bei einem Discount-Broker kauft. Da die Volumina teilweise gering sind, empfiehlt es sich unbedingt, streng mit Limits zu arbeiten. Doch das vorliegende Rechenbeispiel zeigt nur ein mögliches Szenario: Wenn der Vertrieb nur zwei Prozent vom Ausgabeaufschlag nachlässt, fährt der Anleger in diesem Beispiel besser bei der Variante ohne Börsenhandel. Für Vermittler, die vom Agio leben, heißt es also: scharf nachrechnen.


  • Rücknahmepflicht der Kapitalanlagegesellschaft

Aus Kostengesichtspunkten fahren Anleger an der Börse am günstigsten, wenn sie über einen Discount-Broker handeln und dann zum NAV an die Fondsgesellschaft zurückgeben. Allerdings verweisen manche Banken auf die Lagerstätten-Problematik, die dies technisch unmöglich mache. Zum Rückkauf sind Fondsanbieter jedoch verpflichtet. Laut Paragraf 37, Absatz 1 Investmentgesetz heißt es: Jeder Anleger kann verlangen, dass ihm gegen Rückgabe des Anteils sein Anteil an dem Sondervermögen ausgezahlt wird.


Anke Dembowski


 
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