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Ausgabe 03/2017

Der Brexit und seine Folgen für Vermittler

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Vorsorge

02.10.2012

Die besten Lebensversicherer 2012

Angesichts dauerhaft niedriger Zinsen an den Kapitalmärkten ist eine alte Vermittlerregel aktueller denn je: Nur die besten Lebensversicherer sind erste Wahl für den Kunden. Bei der Auswahl können Ratings sehr hilfreich sein. Was die neuesten Lebensversicherer-Ratings zeigen.
Lebensversicherer nach Map-Report
Leistungsnorm anhand der Ablaufleistung
Die finanzstärksten deutschen Lebensversicherer

Die Finanzkrise rüttelt weiter an den Kapitalanlagen der Lebens­versicherungsunternehmen. Aktien verloren heftig, und auch festverzinsliche Wertpapiere verharren auf historisch niedrigen Ständen. In diesem Marktumfeld gewinnen Beurteilungen oder Ratings über Anbietergesellschaften an Bedeutung. An welchen Kriterien erkennt man nun einen guten Lebensversicherer? „Er sollte viel Geld am Kapitalmarkt verdienen, mit dem Geld der Kunden sparsam umgehen und die Kunden gut beraten“, sagt Manfred Poweleit, Chefredakteur des Marktbeobachtungsdienstes „Map-Report“. Messen könnten Interessenten die Erfüllung dieser Anforderungen an einigen Kennzahlen: Nettorendite der Kapitalanlagen, Verwaltungskostenquote und Servicekennzahlen rund um Prozesse, Beschwerden und Storni, meint Poweleit. „Und daran, wie viel Geld die Kunden bislang bekommen haben“, sagt er weiter.

Mehrere Versicherungen machen zum Teil keine Angaben mehr
Hierbei kommt das brandneue 20. „Rating Deutscher Lebensversicherer“ für 2012 gerade recht. Es erschien im Map-Report für „alte“ Anbieter (Nr. 807–808) und für junge Gesellschaften (Nr. 809–810). Im Langjährigkeits-Rating wurden 37 Gesellschaften, die mindestens 30 Jahre am Markt operieren, bewertet. Dem Transparenzgebot verweigert haben sich erstmals der gesamte Talanx-Konzern mit seinen vier Lebensversicherern (Neue Leben; Targo; HDI-Gerling; PB Leben) beim Thema Solvabilität, Alte Leipziger sowie Wüstenrot & Württembergische mit den beiden Gesellschaften Württembergische und Karlsruher. Insgesamt bekamen sieben Anbieter eine hervorragende Note, darunter auch der für Makler nicht uninteressante Marktführer Allianz (siehe obere Tabelle). Die höchste Punktzahl erreichte die Debeka, die auf einen angestellten Außendienst setzt. Komplettiert wird das Feld der hervorragenden Anbieter von Europa, Cosmos, Huk-Coburg, Asstel und DEVK a.G., der Beamtenversicherungsgesellschaft der DEVK-Gruppe. Die für Nicht-Beamte offene DEVK Allgemeine Lebensversicherungs-AG kam nur auf eine gute Bewertung. Sehr gut schnitten acht weitere Gesellschaften ab, darunter auch die im Maklergeschäft aktiven R + V, Stuttgarter, Continentale und Volkswohlbund.

Der Map-Report misst traditionell die jeweiligen Ergebnisse bei den Kriterien Marktanteil, Abschluss- und Verwaltungskosten, Nettorendite, Storno, BUZ-Quote (Berufsunfähigkeitszusatzversicherung), Durchschnitts-BUZ-Monatsrente, Gewinndeklaration, RfB-Quote (Rückstellung für Beitragsrückerstattung) und KLV-Ablaufleistung (kapitalbildende Lebensversicherung). Eine gesonderte Wertung oder Einbeziehung von Fondspolicen ist derzeit noch nicht möglich, „weil es an empirischem Zahlenmaterial bei den Gesellschaften fehlt“, erläutert Poweleit. Der Boom an Fondspolicen habe erst mit dem Aktiencrash im Jahr 2000 eingesetzt. Jedes Rating bringt jedoch ohnehin nur eine Momentaufnahme der „gegenwärtigen Form“ der Gesellschaften. Das Rating biete dem Makler „eine Faktensammlung mit vollkommen transparenter Gewichtung“, sagt Poweleit. Auch er wisse aber nicht, welche Anbieter wie gut überleben und ob heutige Leistungsversprechen auch in 30 Jahren noch in voller Höhe aufgehen.

Da die Datensammlung jedes Jahr auf Basis der Durchschnittswerte der vorherigen zwölf Jahre ermittelt wird, überraschen die Ergebnisse normalerweise jedoch nicht. Beispiel Nettorendite: Im Marktdurchschnitt schafften die Lebensversicherer 4,84 Prozent. Die besten Werte erzielte die Debeka (5,46 Prozent) vor Alte Leipziger (5,4 Prozent), DEVK Eisenbahn (5,33 Prozent), Asstel, Continentale und Allianz (je 5,27 Prozent). Im vergangenen Jahr sank die Nettorendite branchenweit nach Auswertung von 88 Geschäftsberichten von 5,09 auf 4,14 Prozent. Spitze sind dort insbesondere Debeka (4,79 Prozent), Swiss Life (4,73 Prozent), WGV und Zurich Deutscher Herold (je 4,72 Prozent). Eine Drei vor dem Komma verfehlten dagegen im Jahr 2011 Vorsorge Lebensversicherung (2,72 Prozent) und Heidelberger (2,42 Prozent).

Bekanntheit lässt nicht automatisch auf Qualität schließen
Weitere Kerndaten der Branche: Die Zuführung zum Gewinntopf der Versicherten, also der Rückstellung für Beitragsrückerstattung, ging leicht von 25,03 Prozent auf 24,83 Prozent der Beitragseinnahmen zurück. Die Branche registriert im Durchschnitt leicht verringerte Abgänge von 4,81 Prozent der mittleren Bestandssumme der Jahre 2000 bis 2011. Wenig mit Ruhm bekleckern sich bei diesem Bestandsstorno insbesondere My Life – ehemals Ageas, davor Fortis, davor Gutingia – (13,45 Prozent) und Targo (15,32 Prozent). Für seriöse Vermittler verbietet es sich, von Größe oder Bekanntheitsgrad eines Versicherers auf dessen Qualität zu schließen, warnt der Map-Report. Einige Kandidaten haben ihre Daten unter Verschluss gehalten, darunter Basler, Helvetia und Deutscher Ring.

Zum Glück hat die Branche in den vergangenen Jahren massiv Verwaltungs- und Abschlusskosten gespart und damit die Talfahrt der Nettorenditen zum Teil kompensiert, konstatiert Map-Report. Die Verwaltungskostenquote sank im Schnitt der vergangenen zwölf Jahre von 3,09 auf 2,99 Prozent. Auch die häufig kritisierten Abschlusskosten sind rückläufig. Der Satz geht im Schnitt der letzten zwölf Jahre leicht auf 5,05 Prozent zurück. Kunden müssen zu mindestens 90 Prozent an den Überschüssen aus den Kapitalerträgen beteiligt werden. Hinzu kommen mindestens 75 Prozent der Risikoüberschüsse und 50 Prozent der sonstigen Überschüsse, insbesondere Kostenüberschüsse.

Im Rating sind die Leistungen von 2012 auslaufenden Kapital­lebensversicherungen (KLV) bei 30 Jahren Laufzeit im Branchenschnitt mit 5,01 Prozent Rendite auf den eingezahlten Beitrag ausgewiesen. Für 20 Jahre stehen im Schnitt 4,27 Prozent Rendite zu Buche und für zwölf Jahre Laufzeit 3,12 Prozent. Die Beispielrechnungen jetzt beginnender KLV-Policen zeigen den weiteren Rendite-Abwärtstrend: Für 20-Jahres-Verträge kämen nur noch 3,31 Prozent Rendite auf Basis der heutigen Überschussbeteiligung heraus, für 30-Jahres-Policen 3,52 Prozent.

Detlef Pohl

Kommentare

Da auch die Stornoquote als Kriterium für das Rating der Versicherer genannt wurde, und der Kampf um die Spitzenplätze in den Top Ratingpositionen immer schärfer ausgefochten wird, erscheint es unausweichlich, dem Zweitmarkt für Lebensversicherungen in Zukunft mehr Beachtung zu schenken. Nur wer als Versicherer künftig aktiv die Verbraucher dazu auffordert, den Zweitmarkt zu nutzen, kann langfristig die Stornoquote - und damit Kapitalkosten senken.

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