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Vorsorge
16.02.2016

Die Altersvorsorge braucht neue Anstöße

Dr. Alexander Erdland

2015 war offenbar für Riester- und Basis-Renten ein schlechtes Jahr. Und auch sonst verlief die Entwicklung in der Lebensversicherung eher durchwachsen. Jetzt will die Versicherungswirtschaft mit einer Innovationsinitiative aller an der Altersvorsorge Beteiligten neue Impulse geben und die Weichen für die Zukunft stellen. Vor allem die Rentenlücke muss neu berechnet werden.

Nach den vorläufigen Zahlen des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) gingen 2015 die Beitragseinnahmen der Lebensversicherer im weiteren Sinne, also inklusive Pensionskassen und Pensionsfonds, um 1,3 Prozent auf 92,5 Milliarden Euro zurück. Die laufenden Beitragseinnahmen erhöhten sich leicht um 0,2 Prozent auf 64,6 Milliarden Euro, die Einmalbeitragseinnahmen sanken um 4,5 Prozent auf 27,9 Milliarden. Das Neugeschäft entwickelte sich 2015 – bedingt durch das geringere Einmalbeitragsgeschäft – schwächer als 2014.

Zwar liefen die neuen Rentenversicherungsprodukte mit modifizierten Garantien gut, und auf die betriebliche Altersversorgung (bAV) entfalle nach Angaben von GDV-Präsident Alexander bereits ein Fünftel des Beitragsvolumens (2014 knapp 18 Prozent). Doch beim Riester-Neugeschäft gab es nach Angaben des GDV-Präsidenten 2015 ein zweistelliges Minus, bei der Basisrente sei das Minus etwas geringer ausgefallen.

Nicht nur das Neugeschäft lahmte. Fortgesetzt hat sich auch 2015 der Abrieb bei den Riester-Rentenbeständen. Nach den letzten verfügbaren Zahlen des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales vom Dezember 2015 verloren die Lebensversicherer im Laufe des Jahres 2015 erneut Riester-Bestände, und zwar mit 76.000 Verträgen so viel wie noch nie zuvor. Der Bestandsverlust im gesamten Jahr 2014 hatte noch bei 16.000 Verträgen gelegen.

Der Versicherungswirtschaft schwant langsam, dass es mit Reformkorrekturen allein – wie der Anhebung des Fördervolumens, der Ausweitung des Kreises der Berechtigten und der Nichtanrechnung der Leistungen auf die Grundsicherung im Alter – bei der Riester-Rente nicht mehr getan ist. Sie schlägt eine Art runden Tisch vor, ein „Innovationsbündnis für die Altersvorsorge in Deutschland“. Dort soll vor dem Hintergrund des Anwachsens der Versorgungslücke und des fortschreitenden demografischen Wandels, vor allem aber mit Blick auf die Rentenzukunft der heute noch jungen Generation, ein Ziel- und Leitbild für die Altersvorsorge erarbeitet werden.

Zu klären wären Fragen wie die Neuberechnung der Versorgungslücke, das Ausloten der Finanzierungsspielräume der gesetzlichen Rentenversicherung, die Zielgruppen für Förderungen, das Anlagespektrum für Vorsorgeprodukte, die Effizient von Anlageformen und Garantieformen. GDV-Präsident Erdland machte bei der Vorstellung des Vorschlags deutlich, dass die Versicherungswirtschaft dabei über die aktuelle Legislaturperiode hinausdenkt. Ziel müsse es sein, eine größere Durchdringung der Bevölkerung mit Vorsorgeprodukten zu erreichen. Die Versicherungswirtschaft gehe ergebnisoffen, das heißt ohne konkrete Forderungen oder Pläne, in diese Diskussion.

Der Vorschlag ist nicht nur der Stagnation bei der Vorsorge geschuldet, sondern auch der Tatsache, dass es in Deutschland bisher keine Prognosen oder Konzepte für die Altersvorsorge über das Jahr 2030 hinaus gibt. Die bisherigen Rentenreformbeschlüsse reichen nur bis zu diesem Zeitpunkt. Bereits jetzt ist aber klar, dass die demografische Entwicklung ab 2030 die Sozialsysteme noch stärker belasten wird, als bis dahin. Nur bis zum Jahr 2030 reichen beispielsweise die Prognosen über die Entwicklung des Sicherungsniveaus und der Beiträge in der gesetzlichen Rentenversicherung.

Andererseits steht bereits fest, dass die Riester-Rente für das Gros der Bevölkerung die ihr zugedachte Funktion als Ersatz für die Rentenkürzungen nach den Rentenreformgesetzen von 2002 nicht erfüllen wird, weil die Menschen entweder keine Riester-Rente abgeschlossen haben, nicht zum Kreis der Förderbegünstigten zählen oder die vereinbarten Sparleistungen zu gering ausfallen. Eine Neuberechnung der Rentenlücke, so GDV-Präsident Alexander Erdland, ist deshalb Voraussetzung.

Hans Pfeifer

(Bild: W&W AG)


Weiterführende Links

Vorläufige Zahlen der Versicherungswirtschaft für 2015

Entwicklung des Bestandes von Riester-Verträgen

portfolio international update 16.02.2016

 
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