portfolio international MAGAZIN

Portfolio International

portfolio international

Ausgabe 02/2016

Wie geht's weiter mit der bAV?

...mehr


Verlagsprodukte

Digitalisierung: Wandel ist in vollem Gange

...mehr

 


Dauerbrenner
Multi Asset: Liefern
die Fonds, was sie versprechen?

...mehr



Alles zum Thema
BÖRSE & FINANZEN
finden Sie hier

DAX
Chart
DAX 9.753,00 +0,75%
TecDAX 1.609,50 +0,53%
EUR/USD 1,1090 -0,12%

Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation

Wertpapiersuche

Aktien Tops & Flops

RWE ST 14,27 +8,25%
E.ON 9,07 +3,88%
BEIERSDORF 85,11 +3,71%
DT. BANK 12,36 -2,32%
HEID. CEMENT 67,99 -0,81%
VOLKSWAGEN VZ 109,06 -0,27%

Fonds Top Performer 3 Jahre

Fondsname FA Perf. 3J.
AXA IM Fixed Incom RF 210,09%
Bakersteel Global AF 184,25%
Stabilitas PACIFIC AF 165,97%
Stabilitas GOLD+RE AF 133,53%
Structured Solutio AF 109,85%

mehr

Top News
10.07.2013

Der streitbare Michael Otto II

Wenn Versicherer Makleraufträge ignorieren, wehren sich Makler noch zu selten. Erfolgreich hat dies schon mehrfach ein Versicherungsmakler aus der Nähe von Hannover getan. Teil II eines Erfahrungsberichts von Maklern.

Urteil gegen Central zieht Kreise
Dabei sollte die DKV gewarnt sein. Denn Thummet hat in ähnlicher Angelegenheit schon die Central Krankenversicherung auf den Pfad der Tugend zurückbegleitet. Er besaß das Maklermandat eines Kunden und wollte dessen PKV-Vertrag in seinen Bestand übertragen. Trotz Courtagezusage weigerte sich der Versicherer, diese Police bestandscourtagepflichtig zu übertragen. Das Amtsgericht Nürnberg verpflichtete die Central mit Urteil vom 16. August  2012, nach Ablauf eines Kalenderjahres gegenüber dem Makler Bestandspflegecourtage abzurechnen, „solange der Makler die Betreuung des Vertrages ausführt“ (Az.: 22 C 5558/12).

Thummet stehen weiter zwei Prozent der Beitragseinnahme des Vorjahres als Betreuungscourtage zu (siehe Ausgabe 10/2012). Kurz darauf kündigte die Central fristgemäß die Courtagezusage – nach zehn Jahren Zusammenarbeit und ohne Begründung. Der Makler konnte es verkraften, da Neugeschäft kaum noch bei der Central möglich ist – weil die Deutsche Vermögensberatung (DVAG) im Vertrieb des Generali-Konzerns gepusht wird. Dennoch muss die Central weiter Bestandscourtage zahlen. Hintergrund: Gemäß Paragraf 171 Absatz 2 BGB bleibt die Vertretungsvollmacht bestehen, bis die Kundgebung widerrufen wird.

Viele Makler erhoffen sich vom Urteil gegen die Central eine Signalwirkung, so auch Jasmin Fuhr-Küspert aus Martinsheim. Ihrer Maklerfirma Insurance-Broker Küspert wurde durch die Central 2010 die langjährige Courtagevereinbarung „aus unternehmerischen Überlegungen heraus“ gekündigt und dabei zugleich die weitere Auszahlung der Betreuungscourtage gestrichen. Begründung: Betreuungscourtage fließt nur, solange eine Courtagezusage besteht. Doch damit nicht genug. Die Central schrieb Kunden an, die nach gültiger Vollmacht von Fuhr-Küspert beraten werden wollten, und nannte eiskalt neue Ansprechpartner.

Die Central rechtfertigte sich damit, dass die „Daten einem für die Central tätigen Vermittler zuzuweisen sind, damit der Versicherte weiterhin eine nach unseren Ansprüchen angemessene Betreuung erhält“. Bislang biss sich die Maklerin die Zähne aus: Sie bekommt weiter keine Bestandsvergütung und auch keinen Kundenbestandsschutz. Der Hinweis auf das Urteil des Landgerichts Hannover in Sachen DKV könnte das ändern.

Rechtsprechung in Bewegung
„Allerdings fehlt es an höchstrichterlicher Rechtsprechung“, weiß Jürgen Evers, Fachanwalt für Vertriebsrecht, von der Kanzlei Blanke Meier Evers in Bremen. Evers sieht aber in solchen Geschäftsgebaren mancher Versicherer „einen einseitigen Änderungsvorbehalt, der einer richterlichen Inhaltskontrolle nicht standhalten kann“. Folge: Da Courtagezusagen regelmäßig als AGB ausgegeben werden, die nicht im Einzelnen aushandelbar sind, dürften „Klauseln mit Widerrufsvorbehalt der Betreuungscourtage den Makler nach Paragraf 307 BGB unangemessen benachteiligen und damit unwirksam sein“, so Evers.

Immerhin entschied der Bundesgerichtshof im umgekehrten Fall 2005, dass ein Versicherungsmakler die Bestandscourtage verliert, wenn der Kunde von einem Einfirmenvertreter betreut werden will (Az.: III ZR 238/04). Da nicht mit zweierlei Maß gemessen werden kann, sollten Makler störrische Versicherer mit diesem Urteil konfrontieren. „Es ist treuwidrig, wenn Versicherer das Entgelt für die Bestandspflege behalten oder an den hauseigenen Außendienst zahlen, der nichts mehr dafür tut“, sagt Wilfried E. Simon, Vorstand der Interessengemeinschaft Deutscher Versicherungsmakler (IGVM).

 
Detlef Pohl
Einen Kommentar schreiben
Wir freuen uns über Ihre Kommentare. Schreiben Sie uns Ihre Meinung!

CAPTCHA Bild zum Spamschutz Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.
* Pflichtfelder
 
 
Anzeige
Anzeige