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08.07.2013

Der streitbare Michael Otto I

Michael Otto
Versicherer stehen häufig mit dem Willen ihrer Kunden, die Makleraufträge vergeben haben, auf Kriegsfuß. Solche Geschäfts­gebaren sind für viele Makler unerträglich, zumal auch immer wieder Vergütungen nach Bestandswechsel vorenthalten werden. Teil I eines Erfahrungsberichts von Maklern.

Wenn die Sonne scheint, geben Versicherer gern einen Regenschirm. Wenn es regnet, nehmen sie ihn wieder weg, geht ein geflügeltes Wort von Kunden, die im Schadenfall leer ausgehen. Übertragen auf den aktuellen Alltag im Vertrieb ließe sich abwandeln: Wenn die Bestände ruhig und schadenfrei sind, ist alles gut. Aber wehe, ein Wechsel steht ins Haus. Dann droht häufig Ärger. Nicht mal die Korrespondenz mit dem Kunden wollen Versicherer über den neuen Makler laufen lassen.

Davon kann Michael Otto aus Isernhagen mehr als ein Lied singen. „Beauftragt ein Kunde mich mit der Betreuung seiner Ver­sicherungsangelegenheiten, so erklärt er konkludent dem jeweiligen Versicherer, nicht mehr mit ihm den direkten Kontakt haben zu wollen. Aber damit haben fast alle Versicherer Probleme“, sagt der Geschäftsführer der Otto Assekuranzmakler KG in Isernhagen. Exemplarisch nennt er die DKV Deutsche Krankenversicherung. Einer der Streitpunkte war, dass sich die DKV nicht an den gewünschten Korrespondenzweg über mein Büro gehalten hat, sondern laufend mit meinen Kunden direkt korrespondierte, obwohl alle Maklervollmachten mit einer Postempfangsvollmacht ausgestattet waren“, berichtet Otto.

Seine Hartleibigkeit hatte negative Folgen: „Die DKV zog die Courtagezusage schon 2002 zurück – ein häufig zu beobachtender Reflex von Versicherern, die kleinere Makler gern wie Handelsvertreter behandeln würden“, so Otto. Allerdings übersah die DKV offenbar einen Passus in der Courtagezusage von 1999, wonach die Verwaltungscourtage auch im Falle eines Widerrufs der Courtagezusage so lange an den Makler gezahlt wird, wie der Versicherungsvertrag sowie der Maklervertrag mit dem Kunden einschließlich Maklervollmacht bestehen und der Makler die übliche Kundenbetreuung leistet. Seit 2002 war die Verwaltungscourtage in den wenigsten Fällen fristgerecht und ohne Mahnung ausgezahlt worden, erinnert sich Otto. Im April 2007 mahnte er den damaligen Vorstandschef Günter Dibbern, doch die DKV spielte auf Zeit.

Parallel erhielten Ottos Kunden, vorwiegend Apotheker, Post von der DKV. Man fragte nach, ob die Maklervollmacht noch aktuell sei. Wenn der Kunde nicht schnell genug antwortete, „gehen wir davon aus, dass eine Betreuung durch Herrn Otto nicht mehr erfolgt“, schrieb die DKV den verdutzten Kunden. Zudem wurde in einem Folgeschreiben als Betreuer ein Vermittler aus den eigenen Reihen der DKV namentlich genannt. Dagegen klagte der Makler vor dem Landgericht Hannover – mit Erfolg. Am 27. Mai 2008 verurteilten die Landesrichter die DKV, es zu unterlassen, die Kunden des Maklers darüber zu informieren, dass andere Betreuer im Außendienst für sie zuständig seien (Az.: 26 O 145/07).

Bei Verstößen drohte das Gericht mit bis zu 250.000 Euro Ordnungsgeld, ersatzweise mit bis zu sechs Monaten Ordnungshaft. Begründung: Die Beendigung der Courtagezusage bezieht sich nur auf das Neukundengeschäft; für Bestandskunden besteht das Vertragsverhältnis fort. Die DKV habe den Makler „gezielt behindert“, da Kunden „veranlasst werden sollten, den Maklervertrag zu kündigen“.  Die Nennung eines neuen Betreuers sollte nach Überzeugung des Gerichts „dazu dienen, die Kunden des Maklers zu verunsichern, um so den Vertragsbestand zu zerstören“. Dies sei wettbewerbswidrig.

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