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06.10.2006

Der "fortlaufende" Erfolg des Scope-Ratings

Nach der Trennung von ihrer Galionsfigur Alexandra Merz laufen der Berliner Rating-Agentur Scope die Lizenznehmer für ihre Beurteilungen offener Immobilienfonds davon. Mit der Degi, der Immobilienfondsgesellschaft des Allianz-Konzerns, der Signal-Iduna-Tochter Hansainvest, dem zur Hypovereinsbank-Gruppe gehörenden Internationalen Immobilien-Institut und der UBS Real Estate lassen die ersten Anbieter ihre Verträge auslaufen. Die vier Gesellschaften beliefern Scope auch nicht mehr mit Zahlen zu ihren offenen Immobilienfonds, die über öffentlich verfügbare Informationen hinausgehen. Man habe kein Interesse da­ran, solch intime Daten weiter in ein schwarzes Loch zu senden, heißt es hinter vorgehaltener Hand. Und in einer für Rating-Agenturen völlig unüblichen Manier unternähmen die Berliner auch nichts, diesen Eindruck zu widerlegen.

Nach der Trennung von ihrer Galionsfigur Alexandra Merz laufen der Berliner Rating-Agentur Scope die Lizenznehmer für ihre Beurteilungen offener Immobilienfonds davon. Mit der Degi, der Immobilienfondsgesellschaft des Allianz-Konzerns, der Signal-Iduna-Tochter Hansainvest, dem zur Hypovereinsbank-Gruppe gehörenden Internationalen Immobilien-Institut und der UBS Real Estate lassen die ersten Anbieter ihre Verträge auslaufen. Die vier Gesellschaften beliefern Scope auch nicht mehr mit Zahlen zu ihren offenen Immobilienfonds, die über öffentlich verfügbare Informationen hinausgehen. Man habe kein Interesse da­ran, solch intime Daten weiter in ein schwarzes Loch zu senden, heißt es hinter vorgehaltener Hand. Und in einer für Rating-Agenturen völlig unüblichen Manier unternähmen die Berliner auch nichts, diesen Eindruck zu widerlegen.Damit zählt Scope-Chef Florian Schoeller noch die beiden Großbankenableger CGI und DB Real Estate sowie die zur Sparkassengruppe gehörende Deka Immobilien und deren Tochtergesellschaft Westinvest zu seinen Kunden. In einer Zwitterstellung befindet sich derzeit die genossenschaftliche Difa. Sie hat ihre Lieferungen an Scope zurückgefahren und übermittelt den Berlinern nur noch jene Daten, die die Agentur für das Monitoring der aktuellen Ratings der Difa-Fonds unbedingt benötigt.


Lizenznehmer ist die Immobilienfondsgesellschaft der Volks- und Raiffeisenbanken womöglich nur noch wegen eines ungeschickt ausgehandelten Vertrags: Denn der Kontrakt verlängerte sich wenige Wochen vor dem Abgang von Merz automatisch. Ob Scope die für neue Ratings der Difa-Fonds wichtigen umfangreicheren Zahlen zur Verfügung gestellt werden, will die Immobilienfondsgesellschaft davon abhängig machen, wie sich die Berliner Anfang kommenden Jahres aufgestellt haben werden. Mit diesem Verdikt dürfte dann auch die Entscheidung über die Zukunft des Lizenzabkommens fallen.


Ebenfalls als Wackelkandidat kann die Commerzbank-Tochter CGI gelten. Am Scope-Rating haben wir bisher die Repräsentativität für den Gesamtmarkt geschätzt, sagt Sprecher Dietmar Müller vieldeutig. Vieldeutig deshalb, weil mit jedem neuen Kündigungsschreiben das Scope-Rating genau diese Eigenschaft immer weiter verliert.


Die zum Deutsche-Bank-Konzern gehörende DB Real Estate nimmt für sich in Anspruch, Vertragsverhältnisse grundsätzlich nicht öffentlich zu kommentieren. Inoffiziell ist aus dem Haus jedoch zu vernehmen, dass die Zeichen der Zeit womöglich gegen die Rating-Agentur sprächen. Wir nehmen die Ereignisse um Scope wahr, akuten Handlungsbedarf sehen wir derzeit aber nicht, sagt ein Deka-Immobilien-Sprecher, dessen Statement auch für die Tochter Westinvest gilt.


  • Alleinstellung verloren

Wie hart die Absetzbewegung der Immobilienfondsgesellschaften die wirtschaftliche Lebensfähigkeit der Rating-Agentur tatsächlich trifft, ist jedoch schwer zu beurteilen. Zwar werden am Markt Preise von rund 70.000 Euro pro Lizenz und Jahr kolportiert. Und die Berliner haben im vergangenen Jahr nur ein Betriebsergebnis von knapp 170.000 Euro erwirtschaftet. Allerdings hat Schoeller gerade wieder einmal demonstriert, wie tief seine Taschen sind, und eine Kapitalerhöhung um rund 500.000 Euro aus seinem Privatvermögen in die Agentur eingebracht.


Wesentlich bedeutsamer dürfte die Signalwirkung der Kündigungen sein. Denn die ohne Auftrag erteilten Scope-Bewertungen hatten einen unbestreitbaren Charme: Mit Ausnahme von Credit Suisse und Kanam lieferten die Anbieter nämlich geschlossen vertrauliche Daten zu Mietverhältnissen und Finanzstruktur ihrer Fonds. Daher konnten die Berliner fast die gesamte Branche mit einer einheitlichen Systematik beurteilen. Demgegenüber arbeiten die Wettbewerber zum Teil nur im Auftrag einer einzigen Immobilienfondsgesellschaft. Wegen der somit fehlenden Vergleichsmöglichkeiten sind diese Insellösungen also weder für Privatanleger noch für Vermittler sonderlich hilfreich.


Gehen jetzt aber die bisherigen Datenlieferanten von Scope peu à peu offline, sind die Berliner ihre Alleinstellung los. Kein Wunder also, dass auch bereits die ersten Vertriebe - die zahlenmäßig größere Kundengruppe der Rating-Agentur - ihre Lizenzverträge gekündigt haben.


  • Datenlieferant gesucht

Einen weiteren Schlag für die Rating-Agentur dürfte das Ende der Zusammenarbeit mit Bulwien Gesa bedeuten, bei der Scope bislang Zahlen zu einzelnen Immobilien eingekauft hatte. Zwar hat Schoeller angekündigt, diese Daten künftig von anderen Anbietern beziehen zu wollen. Feri Rating & Research und auch DID verfügen über Material in ähnlicher Qualität. Aber sie sind Wettbewerber von Scope und dürften also kaum liefern, bezweifelt ein Branchenkenner jedoch die Erfolgsaussichten.


Entwarnung für den Scope-Chef gibt es hingegen an einer anderen Front: Die seit Monaten im Raum stehende Allianz zwischen Bulwien Gesa und der als Marketing Powerhouse geltenden Ex-Scope-Geschäftsführerin Alexandra Merz ist offenbar endgültig vom Tisch. Die Analystin sprang kurz vor der Gründung einer neuen Immobilienfonds-Rating-Agentur ab. jej

 
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