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Vorsorge
05.12.2011

Debeka spart Kosten durch Versorgungsmanagement

Programm für Versicherte mit Depressionen verkürzt Krankenhausaufenthalte.

KOBLENZ – Betreuungsprogramme der Versicherer tragen dazu bei, dass psychische Erkrankungen schneller geheilt werden und dadurch die Behandlungskosten sinken. Das ergibt sich aus einer Studie der Debeka Krankenversicherung und der AnyCare GmbH. So ergänzt eine telefongestützte Betreuung die medizinische Versorgung der Betroffenen wirksam und verbessert die gesundheitliche Situation der Patienten deutlich.

Die Debeka Krankenversicherung führt seit vier Jahren mit AnyCare ProPerspektive ein telefongestütztes Betreuungsprogramm für Versicherte mit Depressionen durch. „Die empfundene Lebensqualität der Teilnehmer hat sich während des Programms deutlich verbessert“, berichtet Uwe Laue, Vorstandsvorsitzender der Debeka. Das zeige eine Befragung von über 100 Programmteilnehmern mit Hilfe eines standardisierten Fragenbogens der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Danach sei das psychische Wohlbefinden der Betroffenen im Verlauf der Betreuung um mehr als 37 Prozent angestiegen.

Auch die Versorgungskosten konnten durch die strukturierte telefonische Betreuung reduziert werden: „Die Programmteilnehmer weisen über 30 Prozent geringere Krankenhauskosten auf als Versicherte, die nicht telefonisch betreut wurden. So profitieren auch wir als Krankenversicherung von diesem gezielten Versorgungsmanagement“, erklärt Laue.

Im Rahmen von AnyCare ProPerspektive werden Menschen mit Depressionen über eine Laufzeit von zwölf Monaten telefonisch betreut. Psychologische Fachkräfte von AnyCare rufen sie regelmäßig an und stehen ihnen beratend zur Seite. Die Gespräche zielen vor allem darauf ab, die Betroffenen zu motivieren, ihre Medikamente regelmäßig einzunehmen und Behandlungsempfehlungen zu befolgen. Zudem stellen die Betreuer den Teilnehmern Informationen über das Krankheitsbild Depression zur Verfügung und vermitteln Kontakte zu Selbsthilfegruppen. „Durch unser ergänzendes Betreuungsangebot stärken wir die Eigenverantwortung und Therapietreue der Patienten. Nur so kann eine Stabilisierung im Alltag gelingen“, berichtet Thorsten Pilgrim, Sprecher der Geschäftsführung der AnyCare GmbH.

Depressionen gehören in Deutschland mittlerweile zu den Volkskrankheiten. Etwa fünf bis sechs Millionen erwachsene Bundesbürger leiden im Verlauf eines Jahres an einer depressiven Störung. Sie haben schwerwiegende Auswirkungen für die Betroffenen: Leistungsfähigkeit und Lebensqualität sind verringert, die Sterblichkeit steigt. Auch für das gesamte Gesundheitssystem stellen depressive Störungen eine große Belastung dar: Zahlen des Statistischen Bundesamtes belegen, dass allein das Krankheitsbild Depression in Deutschland jährlich etwa 4,6 Milliarden Euro an medizinischen Kosten verursacht. Durch Arbeits- oder Erwerbsunfähigkeit kommen weitere Kosten hinzu.

portfolio international update 05.12.2011/kmo/gcu

 
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