portfolio international MAGAZIN

Portfolio International

portfolio international

Ausgabe 02/2016

Wie geht's weiter mit der bAV?

...mehr


Verlagsprodukte

Digitalisierung: Wandel ist in vollem Gange

...mehr

 


Dauerbrenner
Multi Asset: Liefern
die Fonds, was sie versprechen?

...mehr



Alles zum Thema
BÖRSE & FINANZEN
finden Sie hier

DAX
Chart
DAX 10.181,00 -0,24%
TecDAX 1.680,50 -0,22%
EUR/USD 1,1183 +0,23%

Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation

Wertpapiersuche

Aktien Tops & Flops

DT. BANK 16,13 +3,66%
E.ON 8,73 +3,03%
DAIMLER 60,01 +3,01%
HEID. CEMENT 76,02 -1,36%
BAYER 87,29 -1,21%
CONTINENTAL 185,62 -0,30%

Fonds Top Performer 3 Jahre

Fondsname FA Perf. 3J.
Access Fund Vermög GF 3.056,30%
Access Fund Vermög GF 2.934,24%
Access Fund Vermög GF 2.844,35%
Access Fund Vermög GF 2.673,67%
AXA IM Fixed Incom RF 188,48%

mehr

Beratung
10.04.2014

Condor überrascht mit Änderungskündigungen

Michael Busch

Mehrere Makler staunten kürzlich nicht schlecht. Da teilte ihnen die Condor Allgemeine Versicherung-AG, eine Tochter der R+V-Gruppe mit, dass es ab 1. Juli 2014 zu Veränderungen bei den Beständen privater Wohngebäude-, Hausrat-, Haftpflicht- und Glasversicherungen kommt.

Die Bestandsverträge würden „in eine neue Bestandssoftware überführt“, hieß es ganz harmlos. Durch diese „Migration“ erhalte jeder Bestandsvertrag eine neue Vertragsnummer und einen neuen Versicherungsschein. Großzügig gewährt Condor dabei eine „unbegrenzte und unbefristete Leistungsgarantie und für die Umstellung eine Beitragsgarantie“. Dokumentiert würde alles auf Basis der neuen „Condor Privatschutz Police“. Folge: „Einzelne Verträge erhalten dadurch sogar Leistungsverbesserungen“, schreibt Condor den Maklern. Weitere Änderungen seien künftig „nur noch über die Neuordnung des Vertrages nach dem aktuellen Tarifwerk möglich“.

Ein Makler fragte bei der Condor nach, ob hier die Policen mittels Änderungskündigung auf neue Versicherungsbedingungen der Condor umgestellt werden sollen? Gleichzeitig wies er darauf hin, dass ein solches Vorgehen höchst kundenunfreundlich wäre, da „die Altbedingungen in der Regel für den Kunden besser als neue R+V/Condor-Bedingungswerke“ sind. Spätere Schadenfälle müssten dann je nach Ursache eigentlich nach alten Bedingungen reguliert werden. Wegen der vielen Probleme bat der Makler, die Migration zu stoppen.

Auf Nachfrage von portfolio international an die Condor-Vorstände Michael Busch und Dr. Edgar Martin antwortete das Unternehmen: „Für diese Verträge gewähren wir eine Preis- und Leistungsgarantie. Wenn der Kunde jedoch im Nachgang eine Änderung seines bisherigen Vertrages umgesetzt haben möchte, kann dies nur auf Basis des aktuellsten Tarifes erfolgen“. Condor benötige dann“ vom Makler alle relevanten Daten, um risikogerecht zu tarifieren“. Das sei ein bekannter Prozess bei Neuordnungen von Verträgen und grundsätzlich unabhängig von der Überführung der Altverträge zu sehen.

Der Makler bleibt skeptisch: „Nur wird der Kunde kaum noch darauf achten, denn er bekommt ja eine neue Police mit den neuen Bedingungen.“ Auch im Maklerbüro und bei der R+V werde die Regelung wohl schon bald im Alltag vergessen sein, so seine nicht unberechtigte Befürchtung.

Condor bestreitet auch, dass Änderungskündigungen stattfinden. „Das künftig zugrunde liegende Produkt Condor Privatschutz stellt eine freiwillige Erweiterung des Leistungsumfanges für unsere Kunden dar“, so die Vorstände. Das Sicherstellen der Aktualität des Versicherungsschutzes gerade bei Privatkunden sei originäre Aufgabe des Maklers, bei der Condor Unterstützung leiste. „Wir legen dem Vertrag die neuen Bedingungen zugrunde, jedoch gelten die bisherigen Bedingungen im Rahmen der Preis- und Leistungsgarantie unverändert weiter, der Kunde hat mithin insoweit keinen Nachteil“, betonen die Vorstände.

Durch die Hintertür bekommt der Kunde mit der Umstellung aber zwei handfeste Nachteile: Es kommt zur Indizierung des Beitrages (beispielsweise in Hausrat statt der bisher festen Summe) und auch zu schadenbedingten Prämienanpassungen (gab es bisher teilweise nicht). Auch dies bestreitet Condor. Beispiel Indizierung: „Hier arbeiten wir nicht anders als bisher“, so Condor. Auch in den bisherigen Condor-Sachverträgen (Hausrat und Wohngebäudeversicherung), denen das Summenmodell zugrunde lag, wurde die Indexanpassung bei Condor immer umgesetzt.

„Eine Nichtanwendung der Indexanpassung würde  zu einer inflationsbedingten Unterversicherung des Kunden führen“, merken Busch und Martin an. Die Summenanpassung habe mithin gerade keine Nachteile für den Kunden. Das hält besagter Makler für einen verspäteten Aprilscherz: „Nur hat kaum ein Kunde das alte Condor Summenmodell, da dieses immer teurer war als das Condor Wohnflächenmodell. Im Wohnflächenmodell gab es keine Indizierung.“  

Die Schreiben an die Kunden stellen faktisch „Änderungskündigungen“ dar, auch wenn das Wort im Schreiben nicht genannt wird, so der Makler. Erkennt der Kunde die Folgen der „Änderungskündigung", etwa durch seinen Makler, und widerspricht der Migration, so kündigt die R+V den Vertrag laut der Migrationsverantwortlichen „zur nächsten Hauptfälligkeit“. „Ja, das ist so“, betonen die Vorstände in ihrer Antwort an den portfolio Verlag.     

Ähnliches hatte die Generali Versicherung AG im Herbst 2013 in der Wohngebäude-Sparte versucht, um ihre Bestände zu sanieren. Nach Bekanntwerden der Pläne, die auch eine zusätzliche Prämienerhöhung über den vereinbarten Neuwertfaktor hinaus beinhalten sollte, musste der Vorstand die Art und Weise des Vorgehens überdenken, da in vielen Verträgen gar keine Beitragsanpassungsklausel vereinbart war. Zwei Wochen später wurde die Aktion zurückgezogen.

Detlef Pohl

Weiterführende Links: 

portfolio international update 10.04.2014

 

Kommentare

Leider ist die Zusammenarbeit mit der Condor seit der Einverleibung durch die R+V nicht mehr besonders attraktiv, weder für den Vermittler, noch für den Kunden. Dieser ist nicht begeistert, wenn im Sachbereich ca. 40 Prozent höhere Beiträge zu entrichten sind, nämlich die von der R+V.

Die Angebotserstellung über das Programm Connect - wenn es denn mal funktioniert - dauert min. 20 Minuten, bei Condor-alt waren es 2 Minuten.

Die Sachbearbeiter sind weggesperrt, man bekommt diese nur, wenn das Service-Center (auch kaum erreichbar) mal nicht weiter weiß. Die alte Condor war mir lieber.

Klaus-Dieter Wagner 55481 Kirchberg - Hunsrück.

Kein Wunder, denn so handeln Versicherungsunternehmen in aller Regel. Als Vermittler müssen wir immer misstrauisch bleiben.

Seite 1 von 1 1
Einen Kommentar schreiben
Wir freuen uns über Ihre Kommentare. Schreiben Sie uns Ihre Meinung!

CAPTCHA Bild zum Spamschutz Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.
* Pflichtfelder
 
 
Anzeige
Anzeige