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Beratung
07.05.2015

Condor bleibt stur

Michael Otto

Die Condor Lebensversicherung lehnt es ab, ihre umstrittene neue Rahmenvereinbarung für Makler nachzubessern. Dies teilte man der Interessengemeinschaft Deutscher Versicherungsmakler (IGVM) mit, die Ende März in einer konzertierten Aktion mehrere neue „Vermittlungsvereinbarungen“ an den Condor-Vorstand Claus Scharfenberg zurückgeschickt hatte. Dabei signalisierte der Maklerverband Gesprächsbereitschaft, um eine tragfähige Courtagevereinbarung zu entwickeln.

In einem sehr knapp gehaltenen Brief bestätigten Mitarbeiter unterhalb des Condor-Vorstandes inzwischen, dass man 20 Rahmenvereinbarungen von IGVM-Mitgliedern erhalten habe. „Wir verstehen die Rückgabe so, dass diese Vermittler kein Interesse an einer Fortführung unserer Geschäftsbeziehung haben“, heißt es in dem Brief weiter. Kein Wort von Gesprächsbereitschaft oder gar Selbstkritik.

Dabei hatte die IGVM über ihr Mitglied Ralf Kramer auch danach noch versucht, mit Condor ins Gespräch zu kommen und fairen Interessenausgleich zu schaffen. Dazu wandte er sich an den Vorstand der R+V. Mit R+V kam es immerhin zu einem Telefonat, aber auch nur in der Ebene unterhalb des Vorstandes. „Die R+V-Gruppe lehnt eine Verhandlung über die Inhalte der Rahmenvereinbarung ab“ resümierte Michael Otto das Telefonat. „Offenbar ist sie an einer Geschäftsbeziehung mit kompetenten, qualitätsorientierten Versicherungsaklern nicht interessiert“, ist der Eindruck des 2. Stellvertretenden Vorsitzenden der IGVM. Auf seine Fragen bekam er jedenfalls keine Antworten.

So hatte Otto abschließend am Telefon gefragt, warum ein Makler die Vereinbarung „Die Courtage teilt das Schicksal der Prämie“ ohne jede weitere Konkretisierung akzeptieren solle. Hintergrund: Vor 2008 gab es vielfach falsche Widerrufsbelehrungen, die noch Jahre später zur Rückabwicklung von Lebensversicherungen führten. Zuständig für die Widerrufsbelehrung dieses Policenmodells war nach altem Versicherungsvertragsgesetz (VVG)  immer der Versicherer. „Wer jetzt die Condor-Vereinbarung unterschreibt, muss aber damit rechnen, dass er als Makler nach Rückabwicklung solcher Altverträge Courtage zurückzahlen muss“, warnt Otto. Womöglich wollen einige Versicherer derartige Risiken auf externe Vertriebe verlagern.

Makler Otto hatte bereits im Begleitbrief der Rückgabe-Aktion gefragt,  warum der Versicherungsmakler in solchen Fällen das unternehmerische Risiko des Versicherers mittragen soll“. Die Antwort wäre spannend gewesen: Wenn die Condor Leben – aus welchen Gründen auch immer – Beiträge an den Kunden zurückzahlen muss, will der Versicherer dies als nicht gezahlten Beitrag ansehen und die Abschlusscourtage zurückfordern können. Ganz praktisch ist dies in Insolvenzfällen der jüngsten Zeit passiert, dass der Insolvenzverwalter Firmenversicherungen angefochten und gezahlte Beiträge zurückgefordert hat.

Das 62 Seiten starke Vertragswerk empfindet die IGVM auch in anderen Punkten befremdlich. Ein kritischer Punkt ist, dass Condor den Makler weiterhin als Handelsmakler nach Paragraf 93 Handelsgesetzbuch einstuft. Ein solcher Handelsmakler haftet bei Fehlern auf beiden Seiten! „Diese Rechtsstellung des Versicherungsmaklers ist aber völlig veraltet“, kritisiert Otto. Es existiert längst eine Legaldefinition des Versicherungsmaklers (insbesondere nach Paragraf 59 Absatz 3 VVG).

Spannend in diesem Zusammenhang: Die neue Courtagezusage der Condor Lebensversicherung gilt gleichzeitig als vereinbart mit der R+V Allgemeine Versicherung. O-Ton: „Die R+V wird spätestens zum 1. Januar 2016, jedoch nicht vor dem 1. Juli 2015, als alleiniger Vertragspartner in die Rechte und Pflichten der Condor Leben aus dem vorliegenden Vertrag eintreten und darüber hinaus die Courtage- und Bestandspflegegeldzusagen übernehmen.“ Offenbar soll die Condor Lebensversicherungs-AG abgewickelt werden.

Auf Nachfrage der Redaktion, warum man sich der Diskussion bei Condor und R+V entziehe, hieß es lediglich: "Bitte haben Sie Verständnis, dass wir uns zu Details unserer Beziehungen mit Geschäftspartnern nicht öffentlich äußern." Dabei bestehen doch gar keine Geschäftsbeziehungen mehr zu den 20 Maklern: Denen wurde allen gekündigt.

Detlef Pohl

(Bild: IGVM)

Weiterführende Links: 

portfolio international update 07.05.2015/

 

Kommentare

Ich finde, wir haben wirklich alle Möglichkeiten gesucht, wieder eine Partnerschaft auf Augenhöhe mit unserem "Partner" Condor zu bekommen. Es hätte der Beginn einer neuen partnerschaftlichen Beziehung sein können. Doch irgendwie definiert man Partnerschaft im Hause des genossenschaftlichen Verbundes wohl anders. Sehr schade, dass man sich persönlich gekränkt gibt, statt das Gesprächsangebot anzunehmen. Damit gilt dann die Partnerschaft als beendet, und man zieht der Partnerschaft eine Scheidung vor.

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