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Beratung
27.02.2014

Compliance im Maklerbüro

Stephan Michaelis

Das Image des Versicherungsvertriebs ist schlecht. Die Bevölkerung unterscheidet nicht hinsichtlich der unterschiedlichen Akteure. Daher gilt auch für Makler: Nur durch eine nachhaltige Qualität kann das Image verbessert und Vertrauen gesteigert werden, sagt Rechtsanwalt Stephan Michaelis, Fachanwalt für Versicherungsrecht sowie für Handels- und Gesellschaftsrecht.

Auf einer Fachtagung für den Versicherungsvertrieb in Hamburg hielt Michaelis einen Vortrag stellvertretend für Dr. Andre Kempf, Referatsleiter Maklerrecht und Vergütung der Allianz Lebensversicherung, der kurzfristig abgesagt hatte. Der novellierte Verhaltenskodex des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) für den Vertrieb von Versicherungsprodukten hat auch Auswirkungen auf freie Vermittler, obwohl die Maklerverbände im Vorfeld nicht einbezogen worden waren.

Zumindest drei Punkte betreffen auch ungebundene Vermittler: Die Compliance Regelungen (Ziffer 3 des Vertriebskodex), Vermittlerqualifikation und Nachweis (Ziffer 8) sowie Zusatzvergütung von Versicherungsmaklern (Ziffer 9). Spannend ist vor allem der letzte Punkt. Da heißt es sinngemäß: Vereinbarungen zwischen Versicherern und Maklern über umsatzbezogene Zusatzvergütungen, also über die Courtagevereinbarung hinaus, können die Unabhängigkeit des Maklers tangieren. Es ist daher darauf zu achten, dass solche Vereinbarungen die Unabhängigkeit des Maklers und das Kundeninteresse nicht beeinträchtigen.

Der Kodex war schon nach kurzer Zeit ins Gerede gekommen, auch und gerade durch die Allianz, die ihn laut "versicherungstip" nur als "unverbindlich" ansieht. Die Allianz hatte Maklern kürzlich in einem „Nachtrag zur Courtagezusage” mitgeteilt, dass man dem neuen Verhaltenskodex zum frühestmöglichen Zeitpunkt beigetreten sei und einen „Basis-Kodex für Versicherungsvermittler“ als Geschäftsgrundlage ansehe. In der Zusammenarbeit gehe die Allianz davon aus, dass Sie als Makler „sich auf die Einhaltung von Compliance-Regeln verpflichtet haben”. Das Schreiben gipfelt in dem Satz: „Zusätzlich möchten wir Sie darauf aufmerksam machen, dass wir im Fall von Kundenbeschwerden die Beachtung der Regeln des Kodex in der täglichen Vertriebspraxis überprüfen werden.“

Dies empfindet Versicherungsmakler Matthias Helberg im Zusammenhang mit vom Allianz Maklerbereich Zentralvertrieb in Aussicht gestellten Sondervergütungen in Höhe von vier Promille für den „Verkauf unserer Risiko- und kapitalmarktnahen Produktgruppen“ als schlechten Scherz. „Sicherlich ist das kein Verstoß gegen den Kodex, schließlich geht aus dem Satz ‚Die Vertriebssteuerung unterstützt die bedarfsgerechte Beratung‘ nicht hervor, um wessen Bedarf es eigentlich dabei geht“, schreibt Helberg in seinem Blog und verbittet sich jede Bevormundung.

Auf der Fachtagung erinnerte Rechtsanwalt Michaelis daran, dass es eine unverbindliche Orientierungshilfe für Maklervergütungen gibt (Empfehlung des GDV vom September 2013). Bei Zusatzvergütung neben der Courtage sei zu beachten, dass in der Lebensversicherung der vollständige Betrag offenzulegen ist. In der PKV muss die Höchstdeckelung beachten werden. „In anderen Sparten entsteht diese Pflicht des Maklers jedenfalls auf Nachfrage“, so Michaelis. „Werden Ziel- oder Schwellenwerte vereinbart, so ist auch hier der Kunde zu informieren.“

Michaelis hat in seinem Vortrag „Zehn Gebote für Compliance- und Verhaltensregeln für Versicherungsmakler und Mehrfachvertreter“ aufgestellt.

Detlef Pohl

Weiterführende Links:

Compliance und GDV-Verhaltenskodex
Makler beklagt Scheinheiligkeit der Allianz beim Verhaltenskodex
Vorträge auf „Fachtagung Vertriebsrecht“

portfolio international update 27.02.2014/gor

 
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