portfolio international MAGAZIN

Portfolio International

portfolio international

Ausgabe 05/2016

Umsatzbringer Gewerbeversicherung

...mehr


Verlagsprodukte

Betriebliche Altersversorgung: Vorsorge mit Potenzial

...mehr


Digitalisierung: Wandel ist in vollem Gange

...mehr

 



Alles zum Thema
BÖRSE & FINANZEN
finden Sie hier

DAX
Chart
DAX 11.036,50 +0,45%
TecDAX 1.727,00 +0,50%
EUR/USD 1,0763 +0,05%

Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation

Wertpapiersuche

Aktien Tops & Flops

DT. TELEKOM 15,40 +0,56%
LUFTHANSA 12,60 +0,32%
ALLIANZ 156,68 +0,32%
MÜNCH. RÜCK 176,56 -0,50%
SIEMENS 112,29 -0,37%
BMW ST 86,58 -0,33%

Fonds Top Performer 3 Jahre

Fondsname FA Perf. 3J.
Structured Solutio AF 159,95%
Crocodile Capital MF 122,39%
Stabilitas GOLD+RE AF 113,23%
Polar Capital Fund AF 105,26%
Fidelity Funds Glo AF 91,70%

mehr

Vorsorge

17.02.2014

Breite Palette und enge Grenzen I

Die Beiträge für eine ganze Reihe von Versicherungen sind grundsätzlich als Vorsorgeaufwand steuerlich absetzbar. In der Praxis gibt es dabei allerdings erhebliche Einschränkungen. Wer richtig damit umgeht, kann dennoch zusätzliches Steuersparpotenzial erschließen und hat als Vermittler gute Verkaufs­argumente. Teil I

Beiträge zu Unfall-, Haftpflicht- und Risikolebensversicherungen­ können steuerlich absetzbare Sonderausgaben sein, Beiträge zu Krankentagegeld- oder Reisekrankenversicherungen ebenfalls. Die Liste ist ziemlich umfangreich (siehe Übersicht). In der Steuererklärung tauchen diese Beiträge unter dem Begriff „weitere sonstige Vorsorgeaufwendungen“ eher beiläufig auf der „Anlage Vorsorgeaufwand“ auf. Sie bilden den dritten und buchstäblich letzten Bereich der absetzbaren Vorsorgeaufwendungen, den es neben den Beiträgen zur Altersvorsorge (siehe Ausgabe 3/2013) und den Beiträgen zur Kranken- und Pflegeversicherung  gibt (siehe Ausgabe 5/2013).

Weitere sonstige Vorsorgeaufwendungen sind nur innerhalb pauschaler Höchstgrenzen absetzbar: 1.900 Euro pro Jahr für Arbeitnehmer, Rentner und alle anderen, die steuerfreie Zuschüsse zur Kranken- und Pflegeversicherung erhalten. Für Selbstständige und alle, die ihre Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung voll aus eigener Tasche zahlen müssen, liegt die Höchstgrenze bei 2.800 Euro.

Praktisch scheitert die Mehrheit der Erwerbstätigen an dieser Hürde, weil die Höchstgrenzen nicht nur für weitere sonstige Vorsorgeaufwendungen gelten, sondern gleichermaßen für die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung. Letztere werden aber vorrangig berücksichtigt und seit dem Jahr 2010 grundsätzlich in voller Höhe.

Nur wenn nach Berücksichtigung von Beiträgen zur Kranken- und Pflegeversicherung noch Abzugsvolumen im Rahmen der Höchstbeträge besteht, kann das für Beiträge zu Haftpflicht und Co. verwendet werden. Für durchschnittlich und überdurchschnittlich verdienende Erwerbstätige ist das aber regelmäßig ausgeschlossen. Auch wer unterdurchschnittlich verdient, kann die Hürde nicht immer überqueren. Beispielsweise liegt bereits ein alleinstehender kinderloser Arbeitnehmer mit einem Jahresbruttolohn von rund 20.000 Euro mit seinen Beiträgen zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung an der 1.900-Euro-Grenze. Beiträge zu Haftpflicht-, Unfall- oder zu anderen grundsätzlich begünstigten Versicherungen wirken sich steuerlich bei ihm nicht aus, nicht einmal die Pflichtbeiträge zur Arbeitslosenversicherung.

Gesetzlich krankenversicherte Selbstständige haben vergleichbar enge Spielräume. Schon ein Jahresgewinn von rund 16.000 Euro bringt die Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge eines alleinstehenden kinderlosen Selbstständigen an den für ihn geltenden Grenzbetrag von 2.800 Euro. Die hohen Hürden bei der Abzugsfähigkeit von weiteren sonstigen Vorsorgeaufwendungen sollten in der Beratung mit bedacht werden.
Trotz dieser Einschränkungen gibt es Menschen, die Beiträge zu den in der Übersicht auf der gegenüberliegenden Seite genannten Versicherungen steuersparend nutzen können, und damit bieten sich interessante Beratungsansätze.  

Potenzielle Nutznießer
Das betrifft zum Beispiel Arbeitnehmer mit geringen Jahreseinkommen. „Auch Selbstständige, Beamte und Ruheständler haben oftmals die Möglichkeit, weitere sonstige Vorsorgeaufwendungen geltend zu machen“, unterstreicht die Berliner Steuerberaterin Anett Rode. So zahlt beispielsweise ein Rentner mit 12.000 Euro Jahresbruttorente dafür in diesem Jahr 1.230 Euro Beiträge zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung (10,25 Prozent). Er könnte also 670 Euro an Beiträgen für eine Unfallversicherung oder für andere geförderte Versicherungen einsetzen (1.900 minus 1.230).

Die 1.900-Euro-Hürde ist aber nicht in jedem Fall das Ende der Fahnenstange. Das Finanzamt prüft automatisch, ob die bis Ende 2004 gültige Regelung günstiger ist oder die neue. Im Jahr 2013 dürfen nach der Altregelung pro Person bis zu 4.101 Euro Versicherungsbeiträge geltend gemacht werden (Ehepaare bis 8.202 Euro). Der oben genannte Rentner würde von der Altregelung profitieren. Neben seinen Beiträgen zur Kranken- und Pflegeversicherung von 1.230 Euro könnte er Beiträge zu weiteren förderfähigen Versicherungen in Höhe von 2.871 Euro steuersenkend nutzen (4.101 minus 1.230). Der Vorteil der Altregelung verringert sich aber mit jedem Jahr um 300 Euro pro Person, ab 2020 entfällt er ganz (Einkommensteuergesetz Paragraf 10 Absatz 4a).

Für viele Erwerbstätige mit durchschnittlichen oder höheren Einkommen ist die Altregelung meist uninteressant, weil sie auch die Beiträge zur Altersvorsorge berücksichtigt. Dadurch bleibt in der Regel kein Spielraum für weitere sonstige Vorsorgeaufwendungen. Aber jeder Fall liegt anders, so können beispielsweise Beamte, die selbst keine Altersvorsorge betreiben, oder einige Selbstständige mit der Altregelung derzeit noch besser fahren.

portfolio international 17.02.2014

Hans W. Fröhlich
Einen Kommentar schreiben
Wir freuen uns über Ihre Kommentare. Schreiben Sie uns Ihre Meinung!

CAPTCHA Bild zum Spamschutz Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.
* Pflichtfelder
 
 
Anzeige
Anzeige