portfolio international MAGAZIN

Portfolio International

portfolio international

Ausgabe 02/2016

Wie geht's weiter mit der bAV?

...mehr


Verlagsprodukte

Digitalisierung: Wandel ist in vollem Gange

...mehr

 


Dauerbrenner
Multi Asset: Liefern
die Fonds, was sie versprechen?

...mehr



Alles zum Thema
BÖRSE & FINANZEN
finden Sie hier

DAX
Chart
DAX 10.259,50 -0,13%
TecDAX 1.685,00 -0,31%
EUR/USD 1,1185 -0,07%

Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation

Wertpapiersuche

Aktien Tops & Flops

E.ON 8,90 +0,69%
MERCK 90,20 +0,56%
INFINEON 13,24 +0,55%
LUFTHANSA 12,52 -1,39%
VOLKSWAGEN VZ 134,12 -0,75%
DT. TELEKOM 15,90 -0,35%

Fonds Top Performer 3 Jahre

Fondsname FA Perf. 3J.
Access Fund Vermög GF 3.056,30%
Access Fund Vermög GF 2.934,24%
Access Fund Vermög GF 2.844,35%
Access Fund Vermög GF 2.673,67%
AXA IM Fixed Incom RF 187,66%

mehr

portfolio im Fokus

30.04.2014

Betriebsrente: Chance zum Comeback

Im Bild zu sehen von links nach rechts: Dr. Stefanie Alt, Dr. Udo Niermann, Dr. Henriette Meissner, Detlef Pohl, Uwe Saßmannshausen, Claudia Tüscher
Die betriebliche Altersversorgung (bAV) gilt in für gewöhnlich gut informierten Kreisen als lukrativ und bequem. Doch bei vielen Arbeitnehmern ist sie auch heute noch völlig unbekannt. Die komplizierte Materie verschreckt sogar manchen Vermittler. Dennoch bestehen gute Chancen, mit einer konzertierten Aktion endlich aus der Stagnation herauszukommen.

Es diskutieren: Dr. Stefanie Alt, Geschäftsführerin Nürnberger Beratungs- und Betreuungsgesellschaft für betriebliche Altersversorgung und Personaldienstleistungen mbH; Dr. Udo Niermann, Partner und bAV-Experte Mercer Deutschland; Dr. Henriette Meissner, Geschäftsführerin Stuttgarter Vorsorge-Management GmbH; Uwe Saßmannshausen, Geschäftsführer Pension Solutions GmbH; Claudia Tüscher, Leiterin bAV bei Maxpool Servicegesellschaft für Finanzdienstleister mbH

Moderation: Detlef Pohl, Chefredakteur portfolio international

IM FOKUS: Was meinen Sie damit?

Meissner: Die Hinterbliebenenregelung zum Beispiel. Oft werde ich gefragt: Wie ist das eigentlich, wenn ich jetzt Entgeltumwandlung mache, aber morgen sterbe. Was passiert dann mit meinem Geld? Die Antwort ist sehr komplex. Da würde ich mir etwas ganz Einfaches wünschen – so wie bei Riester-Verträgen: Wenn ein Mensch stirbt, kann der Hinterbliebene die Anwartschaften in seinen eigenen bAV-Vertrag aufnehmen. Gerade im Versicherungsbereich, wo Deckungskapital vorhanden ist, wäre das eine relativ einfache Regelung, die allen Beteiligten helfen würde und sozialpolitisch sinnvoll ist.

IM FOKUS: Ist die bAV durch die anhaltende Niedrigzinsphase inzwischen nicht zu teuer geworden?

Tüscher: Nein, aus meiner Sicht nicht.

Niermann: Die Niedrigzinsphase trifft den Kunden, der eine private Lebensversicherung abschließt, viel heftiger. Die bAV mildert das Problem merklich durch preisgünstigere Tarife, geringere Vertriebskosten, steuerliche Förderung und häufige Arbeitgeberförderung. Eigentlich ist die Niedrigzinsphase ein Turbo für die bAV. Aber weil bAV nicht vererbbar ist, haben wir eine deutlich geringere Bereitschaft, Entgeltumwandlung zu betreiben. Daher gehört die komplizierte Hinterbliebenenregelung abgeschafft.

Tüscher: Wir von Maxpool machen auch die Endberatung beim Kunden und bestreiten die Kommunikation auf Betriebsversammlungen. Die Leute sind verunsichert, wenn in weiten Teilen der Presse praktisch jede Form der Altersvorsorge negativ bewertet wird. Es entsteht der fatale Eindruck, dass sich Vorsorge nicht mehr lohnt. Dagegen immer ankämpfen zu müssen, ist richtig schwierig.

IM FOKUS: Wäre dann nicht ein Optingout-Modell die richtige Lösung?

Alt: Breite Durchdringung scheitert vor allem an der Kommunikation. Die Mitarbeiter machen nicht mit, weil sie es nicht verstehen. Auch wir haben immer wieder Mühe, mit den Vorteilen durchzudringen. Wenn man nach Lösungen sucht, gibt es zwei Stoßrichtungen: Das eine wäre ein gesetzliches Obligatorium mit einer Art Zwangskommunikation. Das andere – ein Riesenunterschied – wäre ein Opting-out, das auch betriebsindividuell durchgeführt werden kann. Ein gesetzliches Obligatorium würde uns zurückwerfen, weil die Bindung von Fachkräften nicht mehr die ausschlaggebende Triebfeder wäre und Arbeitnehmer die bAV auch nicht mehr als Belohnung empfinden würden, sondern eher als Pflicht. Ein Obligatorium mit einheitlich festgelegten Produktmerkmalen würde darüber hinaus auch den Vertrieb weiter erschweren und die Flexibilität der bAV enorm einschränken.

IM FOKUS: Wie sehen Sie im Vergleich dazu Opting-out-Modelle?

Alt: Die bewerten wir als Nürnberger sehr positiv. Zum einen lässt sich bei neuen Mitarbeitern per Nachtrag im Arbeitsvertrag oder per Ergänzungsvereinbarung eine Entgeltumwandlungskomponente vorsehen, wo der Mitarbeiter innerhalb der Probezeit die Möglichkeit hat, zu widersprechen. Und es gibt bei größeren Unternehmen mit Betriebsrat auch die Chance, über eine Betriebsvereinbarung das ganze Opting-out-Verfahren auf die ganze Belegschaft anzuwenden. Wir haben auf beiden Wegen sehr gute Erfahrungen gemacht. Die Mitarbeiter werden vernünftig informiert und die Firmen mit einer Versorgungsordnung ausgestattet, die auch kleinen Mittelbetrieben die bAV effizient ermöglicht.

IM FOKUS: Inwiefern?

Alt: Bei Unternehmen mit zehn oder 15 Mitarbeitern lässt sich per Opting-out ein Ansatz finden, dass künftig jeder Mitarbeiter diese Ergänzungsvereinbarung zum Arbeitsvertrag bekommt und damit eine solide Basis für die bAV geschaffen wird. Und in Unternehmen mit Betriebsrat erhöht sich die Durchdringung erheblich, weil wir durch die Betriebsvereinbarung bessere Chancen bekommen, die Mitarbeiter systematisch zu informieren.

Saßmannshausen: Ich sehe das anders. Für mich sind Opting-out-Modelle der nächste Versuch der Produktgeber, aus einer nicht funktionierenden Vertriebsorgie noch irgendwie einen Absatzkanal zu retten. Arbeitsrechtlich sind Opting-out- Modelle kritisch, zumindest für bestehende Arbeitsverhältnisse.

Alt: Da sind wir ganz einer Meinung.

Einen Kommentar schreiben
Wir freuen uns über Ihre Kommentare. Schreiben Sie uns Ihre Meinung!

CAPTCHA Bild zum Spamschutz Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.
* Pflichtfelder
 
 
Anzeige
Anzeige