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Ausgabe 03/2017

Der Brexit und seine Folgen für Vermittler

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24.10.2016

Berufsbild des Maklers verkannt I

Michael Otto

Fast zehn Jahre nach Einführung der Versicherungsvermittler-Verordnung­ behandeln manche Versicherer den Versicherungsmakler mitunter noch wie einen Handelsvertreter. Auch Richter sind zur Rechtsstellung des Maklers nicht gut informiert. Selbst die Bafin sieht den Makler wohl noch im Lager des Versicherers. Höchste Zeit, die Rechtslage ernst zu nehmen. Teil I

Knapp 230 Versicherer sind dem GDV-Verhaltenskodex für den Vertrieb beigetreten. Einige haben daraus einen sogenannten Basiskodex für Makler abgeleitet, den sie in Nachträgen zu Courtagezusagen für verbindlich erklären wollen. Damit ist bereits Marktführer Allianz grandios gescheitert. Inzwischen haben die meisten Versicherer Kodizes von Maklerverbänden als gleichwertig akzeptiert. Damit schien das Thema seit über einem Jahr vom Tisch. Doch nun wärmte die VHV es erneut auf und zeigt erschreckende Wissenslücken zum Berufsbild des Versicherungsmaklers.

Die VHV Allgemeine Versicherung AG schrieb der Otto Assekuranzmakler KG (Isernhagen) einen Brief und teilte mit, dass man zum 3. Februar 2016 dem „GDV-Verhaltenskodex für den Vertrieb von Versicherungsprodukten“ beigetreten sei und künftig nur noch mit Vermittlern zusammenarbeiten werde, die „ihrerseits die Ziele des Kodex berücksichtigen“.

Das ganze Schreiben liest sich wie eine Anweisung an gebundene Vertreter. Und da vergaloppiert sich die VHV – wie weiland die Allianz (siehe Ausgabe 3/2014) und zwischenzeitlich die R+V (Ausgabe 2/2015). „Man sollte von einem Vorstand erwarten dürfen, dass er das Berufsbild des Maklers versteht“, wundert sich Versicherungsmakler Michael Otto, 2. stellvertretender Vorsitzender der Inte­ressengemeinschaft Deutscher Versicherungsmakler (IGVM). Schon die Überschrift des empfohlenen Compliance-Basis-Kodex spricht Bände: Er richtet sich an „Versicherungsmakler und Mehrfachvertreter­“. Letztere müssen sich der Vertriebskette der VHV zurechnen und auch den Befehlston gefallen lassen, Makler hingegen nicht. Ein typisches Beispiel: „Entsprechende Nachweise der Weiterbildung  werden stets vorgehalten.“

Widerspruch blieb unbeantwortet

Makler Otto widersprach dem Ansinnen der VHV schriftlich: Der GDV-Kodex gelte ausschließlich für die Versicherungswirtschaft und deren Vertrieb. Ottos Verband besitze längst einen eigenen. „Wir haben die Voraussetzungen für die Erteilung der Erlaubnis zur Vermittlung von Versicherungen gemäß Paragraf 34d Gewerbeordnung erfüllt. Darüber hinaus gehende Verpflichtungen sind gesetzlich nicht normiert“, so Otto. „Insbesondere hat der Gesetzgeber den Produktlieferanten keine Kontrollbefugnis erteilt, sondern diese ausschließlich den hierzu ermächtigten Behörden zugewiesen (nach Paragraf 80a VAG). Nach dem gesetzlichem Leitbild des Versicherungsmaklers (Paragraf 59, Absatz 3 VVG) sind wir ausschließlich im Auftrag und Interesse unserer Kunden tätig. Es verbietet sich daher, von Produktlieferanten Weisungen zu befolgen oder von diesen aufgestellte Verpflichtungen zu akzeptieren“, schrieb der Makler der VHV ins Stammbuch.

 
Detlef Pohl
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