portfolio international MAGAZIN

Portfolio International

portfolio international

Ausgabe 03/2017

Der Brexit und seine Folgen für Vermittler

...mehr

Meistgelesene Artikel


Alles zum Thema
BÖRSE & FINANZEN
finden Sie hier

DAX
Chart
DAX 13.006,00 +0,02%
TecDAX 2.518,00 -0,86%
EUR/USD 1,1776 +0,08%

Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation

Wertpapiersuche

Aktien Tops & Flops

INFINEON 22,49 +3,38%
RWE ST 21,26 +1,27%
LINDE 175,21 +0,89%
MERCK 94,80 -1,76%
THYSSENKRUPP 23,49 -1,27%
HEID. CEMENT 84,02 -0,77%

Fonds Top Performer 3 Jahre

Fondsname FA Perf. 3J.
Structured Solutio AF 205,36%
Commodity Capital AF 152,55%
Apus Capital Reval AF 121,99%
Allianz Global Inv AF 115,93%
WSS-Europa AF 112,44%

mehr

Beratung
31.05.2017

Beratung zum Nulltarif beim neuen Betriebsrentenmodell?

Andrew J. Hartsoe

Das Betriebsrenten-Stärkungsgesetz ist auf die parlamentarische Zielgerade eingebogen. Am 1. Juni wird sich der Bundestag in zweiter Lesung mit dem Gesetzentwurf befassen. Letzte Korrekturen wären sinnvoll, vor allem zur Regelung der Beratungsleistung, kritisiert in seinem Gastbeitrag Andrew J. Hartsoe, der beim Finanzberater und Versicherungsmakler Plansecur für bAV und Versorgungskonzepte verantwortlich ist.

Mit dem Gesetzentwurf wird der Prozess der Enthaftung der Arbeitgeber in der betrieblichen Altersversorgung (bAV) fortgeführt. Künftig soll unter der Aufsicht der Tarifvertragsparteien die so genannte reine Beitragszusage möglich sein, während es bislang für Arbeitnehmer immer eine Mindestgarantie gibt. Diese Garantie sichert ab, dass der Arbeitnehmer eine Gegenleistung für den Lohnverzicht bekommt.

Warum soll ein Arbeitnehmer künftig aber auf 100 Euro Barlohnauszahlung zugunsten einer Betriebsrente verzichten, wenn er dafür in der Zukunft nicht einmal eine Leistung in Höhe dieses Verzichts zugesagt bekommt? Doch genau dieses Prinzip soll im neuen Sozialpartnermodell verwirklicht werden. Bei den Zielrenten gibt es keine Garantien mehr, sondern nur noch eine in etwa erwartbare Versorgungshöhe. Zwar soll laut Gesetzentwurf ein Sicherungsbeitrag vom Arbeitgeber geleistet werden, aber was das in Euro und Cent für den Arbeitnehmer bedeutet, steht in den Sternen. Daher hatte das Modell zuletzt Gegenwind aus Bayern bekommen, der sich nun gelegt zu haben scheint. 

Was im Gewirr der Begriffe wie Sozialpartnermodell oder Zielrente bisher nicht thematisiert wurde: Wie kommt diese neue bAV-Lösung in die Firmen? Große Unternehmen und die Arbeitnehmervertreter werden sich damit intensiv auseinandersetzen und externe Berater hinzuziehen. Motiviert werden sollen mit dem neuen Gesetz aber vor allem klein- und mittelständische Firmen und deren Belegschaft. Wer berät die, wenn es möglichst nichts kosten soll? Im Gesetzentwurf steht dazu kein Wort. 

Die neue bAV-Welt nach Andrea Nahles erweitert die bisherigen fünf komplexen Lösungswege um einen sechsten. Während schon bislang über 500 Kombinationsmöglichkeiten in der bAV bestehen, dürften von 2018 an noch mal über 100 Varianten hinzukommen. Ohne Beratung kann das nicht funktionieren. Die hohe Verbreitung der Entgeltumwandlung geht maßgeblich auf die aktive Beratung der Vermittler zurück. Daher ist es erstaunlich, dass die Regierung hier offensichtlich ohne Vertriebskosten plant, obwohl die bAV-Verbreitung gestärkt werden soll.

 
Andrew J. Hartsoe
Einen Kommentar schreiben
Wir freuen uns über Ihre Kommentare. Schreiben Sie uns Ihre Meinung!

CAPTCHA Bild zum Spamschutz Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.
* Pflichtfelder
 
 
Anzeige
Anzeige