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12.04.2012

Behinderung von Anwälten bei Schadenregulierung

Autoversicherungen und Anwälte kämpfen um Marktanteile bei der Schadenregulierung. Nun ist die Allianz wegen Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht verklagt worden.

BERLIN – Unfallgeschädigte haben von der gegnerischen Kfz-Haftpflichtversicherung Anspruch auf einen kostenlosen Rechtsanwalt und freie Auswahl bei der Reparatur ihres Wagens. Auch einen Gutachter dürfen sie auf Versichererkosten beauftragen. Das treibt die Versicherungen nach kostengünstigen Lösungen um. Der Deutsche Anwaltverein (DAV) hat den Versicherungen schon öfter vorgeworfen, Anwälte bei der Regulierung von Verkehrsunfällen auszuschalten.

In einem brandaktuellen Fall hat das Landgericht München über diesen Streit zu entscheiden. Jörg Elsner, Vorsitzender der DAV-Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht, hatte die Allianz verklagt (Az.: 17 HK O 19.193/11). Elsner rügt eine Police, nach der ein Allianz-Kunde seinen Unfallwagen besonders schnell zurückbekommt, wenn er ihn in eine Vertragswerkstatt bringt und keinen Anwalt oder Sachverständigen einschaltet. „Das Konzept beinhaltet einen Boykott von Rechtsanwälten", sagte Elsner der Zeitschrift Capital. Damit verstoße der Versicherer gegen Wettbewerbsrecht.

Die Entscheidung ist nach Auskunft des Gerichts auf den 26. April 2012 verschoben worden. Versicherungen und Anwälte treffen immer häufiger vor Gericht aufeinander. Die Assekuranz will ihre Schadensfälle möglichst kostengünstig erledigen. Dazu gibt es Kooperationsverträge mit Werkstätten, Sachverständigen und Anwaltskanzleien zum Festpreis. Dies behindert freie Anwälte, denn die Regulierung von Unfallschäden gehört oft zum einträglichen Tagesgeschäft.

DAV-Anwalt Elsner sieht Autohalter in einer bösen Zwickmühle: Schnelle Schadenabwicklung ist nur gewährleistet, wenn kein Anwalt oder Gutachter hinzugezogen wird, ansonsten kann es lange dauern. Die meisten Unfallopfer wüssten gar nicht, dass ihnen neben der Reparatur auch Schmerzensgeld, Ausgleich für den Nutzungsausfall des Autos und dessen Wertminderung zustehen können.

Die Versicherungen halten dagegen, dass den Geschädigten keine Ansprüche verloren gehen, aber die Schadenbearbeitung günstiger und schneller vorankommt. Am Ende profitieren davon alle Autohalter mit niedrigen Beiträgen. 

Ähnliche Bestrebungen gibt es auch bei den Rechtsschutzversicherungen, die Kooperationsabkommen mit bestimmten Rechtsanwälten geschlossen haben, auf die die Kunden im Streitfall gelenkt werden. Diese Vertragsanwälte arbeiten zu günstigeren Konditionen als andere und „nicht selten unterhalb des Gebührenrahmens“, kritisiert der DAV. Wenn Rechtsschutz verlangt wird, werde der Kunde gern auf einen Vertragsanwalt aus dem Netzwerk des Unternehmens verwiesen. Als Belohnung verzichtet der Versicherer im Gegenzug nicht selten auf den Selbstbehalt im Schadenfall.

portfolio international update 13.04.2012/dpo/gor

 
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