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Anlage

19.02.2013

Bauen mit Riester

Wohn-Riester hat der Riester-Rente im Neugeschäft den Rang abgelaufen. Die Option auf die Immobilienanlage im selbst genutzten Eigentum erscheint attraktiver denn je. Kein Berater kommt daran vorbei, auf diese Anlagemöglichkeit hinzuweisen. Unproblematisch ist Wohn-Riester trotz einiger­ Verbesserungen aber nicht.

Die Versicherungswirtschaft hatte es ja schon immer gewusst und war sich ausnahmsweise mit der Investmentindustrie einig: Der Zweck der Riester-Rente würde auf den Kopf gestellt, die Immobilie sei als Altersvorsorge ungeeignet, und das Ganze sei ein bürokratisches Monstrum, wetterten die Branchenverbände 2008 bei Einführung der Eigenheimrente, auch Wohn-Riester genannt. Dies würde nur die Bausparkassen begünstigen. Es kam schlimmer als befürchtet. Fünf Jahre nach dem Start hat Wohn-Riester im Neugeschäft die Riester-Versicherungen, Riester-Banksparpläne und Riester-Fondssparpläne um Längen abgehängt. Im ersten Halbjahr 2012 gingen zwei Drittel des Riester-Bestandszuwachses auf das Konto der Eigenheimrente, im zweiten Halbjahr waren nahezu 80 Prozent des Nettoneuzugangs Eigenheimrenten. Zwar behaupten die Versicherer im Bestand mit 70 Prozent  Anteil noch ihren komfortablen Vorsprung, aber die drei Jahre später gestartete Eigenheimrente holt auf.

Und nun auch noch das: Das jüngst von der Regierung beschlossene Altersvorsorge-Verbesserungsgesetz entschärft einige der größten bürokratischen Hemmnisse bei Wohn-Riester (siehe Kasten). Die Reaktion des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) erfolgte prompt: „Die für die Wohn-Riester-Förderung vorgesehenen Verbesserungen bevorzugen einseitig die Finanzierung selbst genutzter Immobilien gegenüber der auf Geld­zahlungen ausgerichteten Altersvorsorge. Die vorgesehenen Steuererleichterungen eröffnen Wohn-Riester-Produkten­ einen Wettbewerbsvorteil.“

Wohneigentum: sichere Vermögensanlage
Die entscheidende Frage lautet: Woher kommt der Wohn-Riester-Boom und warum gilt für die Eigenheimrente die weit verbreitete Riester-Aversion der Verbraucher nicht? Andreas W. Zehnder, Vorstandsvorsitzender des Verbandes der privaten Bausparkassen (VdPB), erklärt das Phänomen mit dem krisenbedingten Drang der Menschen nach Sachanlagen und ins Wohneigentum: „Eigene vier Wände sind ein Hort der Sicherheit. Die Sehnsucht danach wächst, da viele Menschen mittlerweile ein Inflationsszenario mitdenken. Die EZB flutet seit geraumer Zeit die Märkte mit billigem Geld. Das beunruhigt.“

Die Eigentumsimmobilie als wertbeständige und sichere Anlage – diese Überlegung stellen offenbar viele nicht nur unter dem Aspekt kurz- und mittelfristiger Vermögensanlage, sondern auch langfristig unter dem Aspekt der Altersvorsorge an. Während bei Riester-Renten die Renditen und Ablaufleistungen schmelzen und sich der Anlagehorizont durch die Niedrigzinsen verdüstert, kann Wohneigentum punkten: Eigene vier Wände seien die einzige Form der Altersvorsorge, die man bereits in jungen Jahren genießen könne. Die Miet­ersparnis im Alter betrage im Monat im Schnitt rund 520 Euro. Das entspreche einem­ Drittel des durchschnittlichen Einkommens eines Rentnerhaushalts, heißt es beim VdPB. Angesichts steigender Mieten ist die Investition in die Mietersparnis sogar­ hervorragend angelegt. Der Wert des Eigentums wächst mit dem Ansteigen des Mietniveaus stetig. Da ist es sogar zweitrangig, ob und wie sich der Wert der Immobilie entwickelt – zumindest solange der Eigentümer nicht verkaufen muss.

Der Boom bei der Eigenheimrente korrespondiert mit der weiter zunehmenden Nachfrage nach Eigentumsimmobilien. Vor allem in den Ballungsgebieten und Wachstumsregionen ist die Nachfrage nach Eigentumsimmobilien rasant gestiegen. Das betrifft vor allem Bestandsobjekte. Die Immobiliengesellschaften der Landesbausparkassen (LBS) als landesweit größte Makler hatten bereits 2011 neun Prozent mehr Wohneigentum abgesetzt als im Jahr davor. Im ersten Halbjahr dieses Jahres ist das Nachfragewachstum in der Breite und Stärke gestiegen – bei überwiegend rückläufigem Angebot, so die LBS. Während sich der Drang in die eigenen vier Wände bei Bestandsobjekten stark bemerkbar macht, ist der Trend beim Neubau nicht so eindeutig. Zwar waren 2011 die Genehmigungszahlen für neue Einfamilien­häuser kräftig gestiegen, im ersten Halbjahr 2012 weisen sie aber ein Minus auf. Eine mögliche Erklärung: Neubauten sind im Vergleich zu Gebrauchtimmobilien und trotz der steigenden Preise immer noch verhältnismäßig teuer.

Hans Pfeifer
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