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Beratung
08.07.2014

Avad-Verfahren weiter in der Kritik

Die Auskunftsstelle über Versicherungs-/Bausparkassenaußendienst und Versicherungsmakler in Deutschland (Avad) hat das bisherige Meldeverfahren verteidigt. Kritiker, wie der AfW, bleiben bei ihrer Einschätzung.

Mehrere Stellen haben kritisiert, dass die Vorabinformation an den Vermittler unterbleibt, wenn eine solche Auskunft von Versicherern, Bausparkassen oder großen Vertrieben über Vermittler an die Avad in Vorbereitung ist. Der Vermittler kann sich also bei Fehlern einer solchen negativen Auskunft, die seine Zuverlässigkeit in Frage stellt, nicht zeitnah wehren.

Dies bestreitet Avad-Geschäftsführer Stefan Schwarz: „Jeder kann zeitnah Einspruch einlegen, denn die Versicherer schicken von sich aus eine Kopie der Meldung, die an uns geht, an den Vermittler.“ Legt der Betroffene gegen einzelne Teile der Auskunft begründeten Einspruch entweder beim Unternehmen oder bei der Avad ein, werden diese Teile der Auskunft bis zur Klärung gesperrt, versichert Schwarz.

Zum Hintergrund: Die Avad als Selbsthilfeeinrichtung ist 1948 mit dem Ziel gegründet worden, dass möglichst nur vertrauenswürdige Personen als Vermittler tätig werden. Auch soll verhindert werden, dass Personen, die sich bei anderen Unternehmen als unzuverlässig erwiesen haben, erneut die Versicherungs- und Bausparkassenwirtschaft belasten und die Branche sowie die Vermittlerschaft in Misskredit bringen. Versicherer sind von der Finanzaufsichtsbehörde Bafin gehalten, nicht ohne Avad-Auskunft Geschäftskontakte mit Vermittlern zu pflegen (Bafin-Rundschreiben 9/2007).

Die Avad wird über jede Aufnahme und über die Beendigung der Zusammenarbeit mit dem Vermittler automatisch unterrichtet. Bei Versicherungsmaklern bezieht sich die Unterrichtung auf die Zusage und auf den Widerruf der Courtage. Auskünfte über Makler werden aber nur dann vermittelt, wenn diese rückforderbare Salden oder Angaben über besondere Sachverhalte, die zur Beendigung der Zusammenarbeit geführt haben, enthalten.

In der Praxis fühlen sich Makler mitunter von Versicherern mit der Androhung einer Avad-Mitteilung erpresst, wenn sie zum Beispiel strittige Stornorückvergütungen nicht schnell genug zurückzahlen. Eine Avad-Meldung bringt den Vermittler in arge Bedrängnis, da andere Unternehmen deswegen nicht mehr mit ihm zusammenarbeiten würden.

Schwarz verteidigt ausdrücklich auch Verdachtsmeldungen, etwa wegen Mehrfacheinreichung von Versicherungsanträgen durch Vermittler. Eine generelle Vorabinformation, der Betroffene sofort widersprechen könnten, würde das Verfahren laut Schwarz ad absurdum führen. Dann könnten gerade „schwarze Schafe“ unter den Vermittlern eine Avad-Auskunft verhindern beziehungsweise deutlich erschweren. „Dies sei besonders bei Veruntreuung von Kundengeld oder Provisionsbetrug nicht hinnehmbar, sagt Schwarz.

Der AfW Bundesverband Finanzdienstleistung befragt unabhängige Finanzvermittler jedes Jahr nach ihren Einkommen, Befindlichkeiten und Perspektiven. Im soeben veröffentlichten „Vermittlerbarometer 2014“ des AfW halten von knapp 1.300 Teilnehmern fast 51 Prozent das Avad-Verfahren grundsätzlich für sinnvoll, 30 Prozent dagegen nicht. Eindeutig ist dagegen eine andere Botschaft: 92,2 Prozent der Befragten befürworten es, dass ein betroffener Vermittler über negative Avad-Eintragungen vorab nachweislich informiert werden müsste.

AfW-Geschäftsführer Norman Wirth hält das Avad-Meldeverfahren grundsätzlich für sinnvoll und geeignet, um „schwarze Schafe“ unter den Vermittlern zu identifizieren und vom Markt fernzuhalten. „Es wäre jedoch eindeutig ein Ausdruck eines korrekten, rechtsstaatlichen Verfahrens, wenn über die existenzbedrohende Veröffentlichung von Informationen zur Person eine Vorabinformation an den Vermittler erfolgt und der so auch vorab reagieren kann“, sagte Wirth auf Nachfrage. „Es gab in der Vergangenheit vereinzelt Fälle von fehlerhaften Informationen, und jeder solche Fall ist einer zu viel“, betonte der Fachanwalt für Versicherungsrecht.

Der AfW hat bereits mehrfach den Antrag gestellt, das Verfahren zu ändern. Um seinen Kritikern entgegen zu kommen, sollte eine Vorabmitteilung an den Vermittler nach Prüfung durch das eintragende Unternehmen und die Geschäftsführung des Avad unterbleiben können, wenn Kenntnis über Verbrechen, einen besonders schweren Fall einer Straftat, über den Entzug der Gewerbeerlaubnis oder fehlende Registrierung besteht. Eine Verfahrensänderung ist bislang von den Avad-Gremien abgelehnt worden. Wirth will sich weiter für eine Änderung einsetzen.

Detlef Pohl

Weiterführende Links: 

portfolio international update 08.07.2014/gor

 
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