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Vorsorge
29.09.2015

Autofahrer dürfen wählerisch sein

Zu Beginn der Wechselsaison in der Kfz-Versicherung scheint klar zu sein, dass sich die Versicherer in eine neue Wettbewerbsrunde stürzen. Den Versicherten kann das nur recht sein, allerdings sollten sie bei scheinbaren Schnäppchen Vorsicht walten lassen.

In den vergangenen fünf Jahren sind die Beiträge marktweit gestiegen, nachdem sie zuvor sechs Jahre gesunken waren. 2014 konnten die Versicherer die Schaden-Kosten-Quoten erstmals wieder unter die Hundertprozentmarke drücken. Jetzt, zur Wechselsaison 2015/2016, kündigt sich eine Neuauflage des Preiswettbewerbs an. „Es besteht die Gefahr, dass Versicherer es jetzt wieder schleifen lassen. Man hat ja verdient, jetzt kann man wieder einen größeren Schluck aus der Stückepulle nehmen – über niedrigere Preise. Gepaart mit Zurechtbiegungen à la 'man könne den Kunden mit der Kfz-Police ködern' und den Ertragsmalus dann mit anderen Policen ausgleichen“, so Frank Gehrig, Director beim Strategie- und Beratungsunternehmen Simon-Kucher & Partner.

Doch die Versicherer werden diesmal nicht nur einfach an der Preisschraube drehen. Vielmehr steht eine „Neuerfindung“ der Kfz-Versicherung vor der Tür. Erstmals werden marktführende Kfz-Versicherer mit Pay-as-you-drive-Tarifen (PAYD) auf den Markt kommen. Dabei richtet sich die Kfz-Prämie nach dem Fahrstil des Fahrers. Dank einer Telematikbox im Auto oder einer Handy-App erhält der Versicherer Kenntnis über Geschwindigkeit, Beschleunigung, Bremsverhalten und Kurvenfahrten. Dabei sollen Preisnachlässe bis zu 40 Prozent für „gute“ Fahrer möglich sein. Ob und wie viele Autofahrer sich auf PAYD einlassen werden, bleibt abzuwarten. Denn die Überwachung des Fahrstils hat seinen Preis: Autofahrer geben ihre Fahrdaten aus der Hand, ausgewertet  werden sie nicht nur von Versicherern, sondern auch von den Autoproduzenten. Das wird nicht jeder Autofahrer wollen, wenngleich erste Umfragen besagen, dass bis zu 60 Prozent von ihnen Telematiksysteme akzeptieren würden, wenn damit Kosteneinsparungen bei der Versicherungsprämie verbunden sind.

Entscheiden müssen wechselwillige Autofahrer auch, wie viel Service ihr Kfz-Versicherer bieten soll, oder ob sie im Sinne billiger Prämien auf opulente Leistungen verzichten wollen. Günstige Tarife sind verlockend, aber die Leistungen nicht immer überzeugend, heißt es in einer aktuellen Untersuchung vom  Deutschen Institut für Service-Qualität (DISQ), das im Auftrag des Nachrichtensenders N-TV 31 Kfz-Versicherer getestet hat. Doch nicht nur der Unterschied zwischen Filial- und Direktversicherung bestimmt den Preis, sondern die Leistung. Sowohl beim Vergleich der günstigen Basis-Tarife wie auch bei den Kfz-Versicherungen mit höchster Leistungsabdeckung (Komfort-Tarife) beträgt die mögliche Beitragsersparnis pro Jahr an die 50 Prozent, so das DISQ.

Insgesamt zeige die Branche nur einen schwach befriedigenden Service. Bei der E-Mail-Bearbeitung lägen die größten Defizite. So bleibe im Test fast ein Drittel der Kundenanfragen unbeantwortet. Bei der Kundenorientierung trenne sich die Spreu vom Weizen: Mehr als ein Drittel der untersuchten Kfz-Versicherer biete einen nur ausreichenden oder gar mangelhaften Service. Mit guten Leistungen setzen sich vier Anbieter – drei Direkt- und ein Filialversicherer – von der Konkurrenz ab.

Testsieger der Kfz-Filialversicherer ist laut DISQ die VHV (Qualitätsurteil: „gut“). In der Produktanalyse erziele das Unternehmen gute bis sehr gute Resultate. Dabei biete VHV den leistungsstärksten Basis-Tarif, der zudem bei acht von zwölf untersuchten Nutzerprofilen günstiger ist als der Branchendurchschnitt. Unter den Filialversicherern sei der Service darüber hinaus der zweitbeste – die Berater überzeugen mit ihrer Kompetenz sowohl am Telefon als auch bei der E-Mail-Beantwortung. Das Qualitätsurteil „gut“ sichern sich auch Huk-Coburg und DEVK, welche die Plätze zwei und drei belegen. Der beste Kfz-Direktversicherer im Test heißt Cosmos Direkt (Qualitätsurteil „gut“).

Dass die Direktversicherer nicht zwangsläufig bei den Prämien die Nase vorn haben müssen, ist ein Ergebnis der Studie „Marketing-Mix-Analyse Kfz-Versicherung 2015“ von Research Tool. Große Leistungsunterschiede zwischen den Versicherern würden vor allem in der Teilkaskoversicherung bestehen, besonders bei Schäden durch Naturgewalten, durch Zusammenstöße mit Tieren, Bissschäden durch Tiere  sowie bei Schäden infolge grober Fahrlässigkeit. Auch in der Neuwertentschädigung sei die Spannweite zwischen den Tarifen groß.

Hans Pfeifer

Weiterführende Links:

Simon Kucher über Kfz-Versicherer im Herbst 2015

Studie Kfz-Versicherer 2015 des DISQ

Zur Marketing-Mix-Analyse Kfz-Versicherung 2015

portfolio international update 29.09.2015/gor

 
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