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Vorsorge

08.06.2012

Ausbruch aus der Garantiegefangenschaft

Der Leidensdruck für Versicherungsunternehmen auch im Zuge der Garantien, die sie leisten müssen, steigt. Wie Versicherungen Auswege aus ihrem Anlagenotstand suchen.

Als Getriebene ihrer Garantien und des Aufsichtsrechts wandelt die Assekuranz auf der nun Jahrzehnte währenden Einbahnstraße sinkender Zinsen auf der Suche nach auskömmlichen Renditen die Fixed-Income-Welt fürbass. Von den heimatlichen Gefilden der Bundesanleihen und Pfandbriefe dringt die Branche dabei immer weiter in die Welt der Covered Bonds, Schwellenländeranleihen und Credits vor.

Solvency II gibt die Richtung vor
Ein Fixed-Income-Universum, in dem der Preis für Credit Default Swaps auf fünfjährige Bunds über der Rendite des Under-lyings liegt, erfordert schließlich neue Anlagelösungen. Zu dieser Erkenntnis führte der Besuch des Kölschen Versicherungsfachtags und weitere Gespräche mit Ver-sicherungen. Auf der Renditesuche immer zu beachten: Solvency II. Viel Eigenkapital ist insbesondere bei Schuldnern außerhalb der Europäischen Union, bei Währungsrisiken und einer Bonität unter A zu hinterlegen. Darauf weist Paul Verhoeven von der Huk-Coburg hin: „Die Rentabilität solcher Investments ist eingeschränkt. Aufgrund der Eigenkapitalhinterlegung kommen für den Großteil der Investments von Versicherungen hauptsächlich europäische Staatsanleihen, Covered Bonds und Corporate Bonds jeweils in Euro in Betracht.“

Da bei Staatsanleihen bekanntlich Bonitäts- und Währungsrisiken bestehen, werden Versicherer immer häufiger bei Credits fündig, um die Lücke zwischen Verbindlichkeiten und Bundesanleihen zu überbrücken. Die Vorteile von Corporate-Risiken liegen nicht nur in den im Vergleich zu den (noch) als sicher eingestuften Staatsanleihen (noch) auskömmlichen Renditen. Immo Querner von der Talanx nennt auch die im Vergleich zu Infrastruktur mögliche „Klumpenvermeidbarkeit“, die – nun insbesondere im Vergleich mit Private Equity und den in dieser Anlageklasse üblichen Capital Calls – bessere Kontrolle der Fristenkongruenz hinsichtlich End-fälligkeit und des laufenden Zuflusses, größere aufsichtsrechtliche Freiheiten, bessere Hedge-Möglichkeiten und ein auch nach IFRS relativ „gutmütiges Bilanzierungsverhalten“.

So interessant wie Ende 2008 bis Anfang 2009, als Emittenten wie Daimler und BMW Kupons von acht bis neun Prozent offerierten, sind Unternehmensanleihen aufgrund der hohen Nachfrage jedoch längst nicht mehr. Zudem hat die Schuldenkrise Implikationen auf das Risiko­management.

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