FRANKFURT/MAIN/BERLIN – Die Fondsbranche ist der größte Verwalter von Altersvorsorgekapital in Deutschland, so lautet ein überraschendes Statement des BVI Bundesverband Investment und Asset Management. Als Beweis wird angeführt, dass direkt und indirekt für rund 50 Millionen Menschen ein Vermögen von 1.783 Milliarden Euro verwaltet wird. Lebensversicherer haben 26 Prozent und Pensionskassen 28 Prozent des Geldvermögens in Investmentfonds gelenkt. Berufsständische Versorgungswerke lassen 40 Prozent ihres Anlagekapitals von Fondsgesellschaften verwalten.
Viele Vorsorgeformen haben in der Tat „Asset Management inside“. Dennoch sind Investmentfonds nicht der Kern des deutschen Altersvorsorgesystems. Da ist zunächst die gesetzliche Rentenversicherung. Wegen des Umlagesystems kann sie nur sehr kurzfristig Geld anlegen, monatlich geht eine Liquidität von rund zwölf Milliarden Euro ein, sie nutzt dafür vorwiegend Termingelder, da ja auch monatliche Rentenzahlungen anstehen. Sehr selten werden Schuldverschreibungen mit sehr kurzer Restlaufzeit von maximal zwölf Monaten gekauft.
Die Lebensversicherer sehen sich selbst mit fast 735 Milliarden Euro Kapitalanlagen als größten institutionellen Anleger. 2011 nahmen sie mit rund 177 Milliarden Euro die zweithöchste Beitragseinnahme aller Zeiten ein. Vor Beginn der Finanzkrise 2007 waren etwa 10,2 Prozent ihrer Kapitalanlagen in Aktien und aktienhaltigen Investmentfonds investiert. Inzwischen sind es nur noch 3,1 Prozent. Hinzu kommen allerdings 19,7 Prozent in Fonds enthaltene Renten. Laut Bafin entfiel 2010 ein Viertel aller Kapitalanlagen der Lebensversicherer auf Fonds.
Die Fondsbranche ist in allen drei Vorsorgeschichten mittelbar gut vertreten. Auch unmittelbar über Fondspolicen dürfte es aufwärts gehen. Ein Grund dafür: Der niedrige Rechnungszins sowie die latent sinkende laufende Gesamtverzinsung bei klassischen Lebensversicherungen (2012: 3,91 Prozent) beflügelt den Absatz von Fondspolicen. Davon gehen über 70 Prozent der Makler laut „Maklertrendstudie 2011/2012“ aus.
Inzwischen halten 78 Prozent der Makler Fondspolicen mit Garantiekomponenten für leistungsfähiger als klassische Rentenversicherungen. Ein Garantiemodell muss allerdings einfach und verständlich sein, so 98 Prozent der Befragten. Gleichwohl zeigen interne Zahlen des GDV, dass 2011 vor allem das Jahr der klassischen Rentenversicherung war. Im Neugeschäft stieg der laufende Beitrag für ein Jahr um 14,3 Prozent auf rund zwei Milliarden Euro. Somit sind nach Beitragssumme ein Drittel aller Lebensversicherungen klassische Privatrenten.
portfolio international update 13.02.2012/dpo/kmo




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