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Beratung
28.06.2012

Allianz sieht Deutschland in Hochstimmung

Laut einer aktuellen Studie des Versicherungsunternehmens ist die gefühlte Lage der Deutschen im Sommer 2012 trotz Euro-Krise besser als vor einem Jahr.

Wenn die Bundesbürger an Deutschlands Zukunft denken, sind sie derzeit zuversichtlicher als im vergangenen Jahr. Gemäß der aktuellen Ergebnisse einer repräsentativen Befragungen zur „Allianz Zuversichtsstudie“ sieht mehr als ein Drittel (37 Prozent) der Umfrageteilnehmer die Gesamtsituation Deutschlands in den nächsten zwölf Monaten „mit Zuversicht“ oder „mit großer Zuversicht“; das sind immerhin sechs Prozentpunkte mehr als ein Jahr zuvor. Wenn es um die künftige Entwicklung ihres eigenen Lebens geht, zeigen sich sogar mehr als zwei Drittel der Deutschen (67 Prozent) optimistisch – auch das ist im Vergleich mit dem Vorjahr ein Anstieg um sechs Prozentpunkte.

Obwohl sich die Stimmung hinsichtlich der Wirtschaft und des Arbeitsmarkts im Vergleich zum Vorjahreszeitraum leicht eingetrübt habe, zeige die Einschätzung der allgemeinen Wirtschaftslage trotz eines Rückgangs von drei Prozentpunkten mit 41 Prozent nach wie vor den höchsten Zuversichtswert für Deutschland. „Der Standort Deutschland hat im Verlauf der europäischen Schuldenkrise seine Stärke bewiesen“, sagt Michael Heise, Chefvolkswirt und Leiter der Unternehmensentwicklung der Allianz. „Das führt bei den Bundesbürgern zu einem gesunden Selbstvertrauen in die eigene Wirtschaft und spiegelt sich in den aktuellen Ergebnissen der Zuversichtsstudie wider.“

Im Vergleich zum Vorjahr sind laut der Studie die Zuversichtswerte für gesetzliche Versorgungs- und Bildungseinrichtungen stark gestiegen. Die Qualität deutscher Schulen und Universitäten bewerten die Studienteilnehmer um vier Prozentpunkte höher als im vergangenen Sommer. Die Stimmung hinsichtlich der gesetzlichen Pflege- und Krankenversicherung ist um acht Prozentpunkte gestiegen, gegenüber der gesetzlichen Rentenversicherung um drei Prozentpunkte. Dennoch verzeichneten die beiden staatlichen Versorgungssysteme mit 22 und 16 Prozent nach wie vor die niedrigsten Werte bei der gesellschaftlichen Zuversicht.

„Die gute Lage auf dem Arbeitsmarkt hat den Sozialversicherungen Überschüsse in Milliardenhöhe beschert“, erklärt Professor Frank Brettschneider von der Universität Hohenheim, der die Allianz Zuversichtsstudie wissenschaftlich begleitet. „Das nährt zum Beispiel die Hoffnung der gesetzlich Krankenversicherten auf bessere Leistungen, niedrigere Beitragssätze und weniger Praxisgebühren. Allerdings ist die Zuversicht der Menschen für die staatlichen Versorgungssysteme insgesamt am schwächsten ausgeprägt.“

Im Hinblick auf ihre persönliche Zukunft beflügelt derzeit offenbar der Blick in den eigenen Geldbeutel die Stimmung vieler Umfrageteilnehmer. Im Vergleich zum Vorjahr habe der Wert für die persönliche finanzielle Lage mit einem Plus von sechs Prozentpunkten den größten Aufschwung in diesem Bereich erfahren. Die Zuversicht für die persönliche finanzielle Versorgung im Alter sowie bei Krankheit und Pflege sei leicht um drei beziehungsweise vier Prozentpunkte gestiegen. Die Einstellungen gegenüber dem Zuhause, dem familiären Umfeld sowie der Sicherheit des eigenen Arbeitsplatzes seien relativ stabil geblieben.

„Im Lebensalltag der Menschen ist die Euro-Krise nicht angekommen“, sagt Brettschneider. Gefühlsmäßig schienen Griechenland und Spanien für die meisten weit weg. Die gigantischen Rettungssummen seien zu abstrakt, um als real wahrgenommen zu werden. „Ihren Arbeitsplatz empfinden die Menschen als sicher“, meint der Professor. Unternehmen stellten sogar neue Mitarbeiter ein, vorrangig im produzierenden Gewerbe. Damit sei das finanzielle Fundament der meisten Bundesbürger stabil, was die Zuversicht für die kommenden Monate fördere.

portfolio international update 27.06.2012/rko/gor

 
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