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16.06.2009

AGI führt Kostenpauschale für Publikumsfonds ein

Die Management-Gebühren für elf Fonds sinken zwar auch, insgesamt dürften sich aber die Fondskosten bis 2010 wegen der neuen flächendeckenden Pauschalgebühr erhöhen.

(Korrigierte und ergänzte Neufassung vom 17.6.2009, 17:30 MESZ)

FRANKFURT - Allianz Global Investors (AGI) wird ab August sukzessive für alle Publikumsfonds eine Pauschalgebühr einführen, die die bisherige Kostenkennziffer "Total Expense Ratio" (TER) ergänzen wird. Die neue Systematik soll bis Anfang 2010 für fast alle Retail-Fonds des Hauses gelten.

Die Notwendigkeit der Einführung einer Kostenpauschale begründet die Allianz-Tochter damit, dass dadurch der Anleger eine höhere Kostentranzparenz erhält. Die neue Kostenpauschale zeigt Kunden a priori an, wie hoch die Nebenkosten eines Fonds genau sind. Demgegenüber weist die TER nur ex post die Nebenkosten eines Fonds aus.

Allerdings können die gesamten Kosten eines AGI-Fonds mit dieser Kennziffer ingesamt steigen, da in einigen Fällen die neuen Pauschalgebühren höher sind als die Summe der zuvor einzel berechneten Kosten. "Ein stückweit höher sind die Kosten schon", so eine AGI-Sprecherin zu portfolio international.

Die Pauschale soll Einzelkosten wie Prüferaufwendungen, Depotgebühren oder Berichtskosten zusammenfassen. Nicht abgedeckt von der neuen Kostenpauschale werden weiterhin die Transaktionskosten, Verwaltungsvergütung sowie steuerliche Belastungen.

Die Höhe der Kostenpauschale liegt laut AGI auf dem Niveau der im jeweiligen Anlagesegment üblichen Kosten. So zahlen AGI-Kunden für Geldmarktfonds künftig eine jährliche Pauschale von 0,1 Prozent, für einen Standard-Rentenfonds 0,19 Prozent sowie für einen Standard-Aktienfonds 0,3 Prozent. Die höchste Kostenpauschale von 0,5 Prozent wird bei Schwellenländer-Aktienfonds erhoben.

Die Einführung der Kostenpauschale ist Teil einer umfassenderen Veränderung der Gebührenstrukturen bei den AGI-Fonds: Bis Anfang August werden die Verwaltungsgebühren für elf Aktienfonds gesenkt, bei zwölf Fonds werden die Kosten steigen. Insgesamt soll sich jedoch die Verwaltungsvergütung per saldo volumengewichtet bei diesen 23 Fonds leicht um durchschnittlich acht Basispunkte reduzieren, teilte die AGI mit.

Auch bei den erfolgsabhängigen Gebühren gibt es Veränderungen: Bei 17 Aktien- und Rentenfonds wird eine Performance Fee eingeführt. Dies betrifft Fonds wie etwa den Allianz RCM Aktien Deutschland und den Allianz Pimco Bond Spezial. Sie beläuft sich künftig auf 20 Prozent der Überrendite gegenüber der jeweiligen Benchmark. Im Gegenzug werden die Performance-Gebühren bei elf Fonds abgeschafft. Dies gilt etwa für den Allianz RCM France und den Allianz RCM Global Emerging Markets Equity.

Bei weiteren elf AGI-Fonds wird die bestehende Performance Fee verändert: sie wird von 25 auf 20 Prozent gesenkt. Damit soll die performance-abhängige Gebühr vereinheitlicht werden. Die Performance Fee wird künftig dabei halbjährlich erhoben und nicht mehr jährlich. Dies begründete eine AGI-Sprecherin damit, dass man seit Einführung der Abgeltungsteuer ein kurzfristigeres Trading-Verhalten bei Investoren erwarte. Eine High Water Mark gibt es bei AGI-Fonds allerdings auch nach dieser Neuerung nicht.

Für Beobachter kommt der Schritt der AGI, eine Kostenpauschale einzuführen nicht überraschend. Sie gehen davon aus, das davon auszugehen sei, dass in den kommenden Wochen andere große Fondshäuser wie die Deka und Union Investment nachziehen werden. Andere Häuser wie die DWS berechnen für ihre Fonds bereits All-In-Fees, die Nebenkosten und Management-Gebühr umfassen.

portfolio international update 16.6.2009/gcu/maa

 
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