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Ausgabe 03/2017

Der Brexit und seine Folgen für Vermittler

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Beratung
12.01.2015

Acht Millionen für nichts I

Kai Spirgath

Viele Vermittler müssen sich mit Klagen ihrer Kunden beschäftigen. Denn Anwälte gehen massiv auf Mandantenfang und wittern hier Massengeschäft. Rechtsschutzversicherer dagegen wundern sich, welche Summen vor Gericht sinnlos verspielt werden. Teil I

Für Finanzdienstleister ist das nicht mehr lustig. Anwälte werben aufdringlich bei Anlegern und fordern sie zu Klagen gegen ihre Berater und Vermittler auf. Der Heidelberger Rechtsanwalt Mathias Nittel bestätigt: „Es ist höchst fragwürdig, wenn unaufgefordert massenhaft Fondsanleger angeschrieben werden.“ Seine Mandanten bekämen teilweise an einem Tag mehrere Schreiben von immer wieder denselben Kanzleien. „Dabei werden Daten von Anlegern für die anwaltliche Werbung einfach missbraucht“, kritisiert Nittel.

„Kanzleien gehen mit Rundschreiben in großem Stil auf Mandantenfang. Und zetteln oft Prozesse an, die sie dann verlieren“, bestätigt auch der Münchener Rechtsanwalt Nikolaus Sochurek. Juristen versuchen immer wieder eine Generalabwicklung bei Schadenersatzprozessen gegen Banken und Vermittler. Sochurek kennt Anwaltsschreiben, die den Einzelfall kaum beschreiben und aus allgemeinen Textblöcken zusammengebaut werden.

All das bedeutet viel Aufwand für verklagte Vermittler und kann zudem sehr teuer werden. „Eine einzelne Kanzlei hat mehr als acht Millionen Euro von uns als Rechtsschutzversicherer erhalten, ohne dass auch nur annähernd ein relevanter Schadenersatz eingefordert werden konnte“, erklärt Klaus Heiermann,  Generalbevollmächtigter der Arag SE. Hier dränge sich der Eindruck auf, dass es sich in erster Linie um ein Geschäftsmodell handele. „Dies sehen Gerichte genauso“, resümiert Heiermann.

 
Barbara Moormann

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