Seit dem Jahr 2000 lag die durchschnittliche Beitragserhöhung bei Angestelltentarifen der privaten Krankenversicherungen (PKV) pro Jahr bei 12,50 Euro (siehe frühere Meldung). Die Beiträge für PKV-Versicherte ab dem Alter von 65 Jahren sind weitgehend stabil. In einzelnen Fällen gebe es bei betagten PKV-Versicherten wegen der Rückstellungen sogar einen Beitrag nahe Null, sagte der PKV-Verbandsvorsitzende Reinhold Schulte bei Vorstellung der Bilanz 2011.
Allerdings gab Schulte zu, dass es in der Altersgruppe von 50 bis 60 Jahren Probleme mit relativ hohen Beitragsanstiegen gibt. „Hier arbeiten wir derzeit an einer Lösung“, sagt Schulte. Gleichwohl bestehe kein Grund zur Panik. Seit dem Jahr 2000 gilt der gesetzlich eingeführte zehn-Prozent-Zuschlag. Seitdem werden Monat für Monat zusätzlich zehn Prozent des individuellen Beitrags zur Stärkung des Kapitalstocks verwendet, um für zukünftige Preissteigerungen medizinischer Leistungen vorzusorgen - und zwar zusätzlich zu den normalen Alterungsrückstellungen. Dies werde vielfach sogar zu sinkenden Beiträgen führen, meint Schulte.
Da in der PKV ein großes Änderungsrisiko bei den Krankheitskosten besteht, müssen die Unternehmen regelmäßig prüfen, ob die Beiträge noch den gegebenen Verhältnissen entsprechen. Wer länger lebt, muss entsprechend länger Beitrag zahlen und nimmt wahrscheinlich auch mehr medizinische Leistungen in Anspruch. In diesem Zusammenhang verwendet die PKV schon seit dem Jahr 1996 Sterbetafeln, die nicht aus allgemeinen Bevölkerungsstatistiken abgeleitet werden, sondern aus den vom Verband erhobenen Todesfallstatistiken der PKV-Unternehmen.
Jetzt liegt mit der Sterbetafel PKV-2012 die Aktualisierung mit Projektionen bis zum Jahr 2016 vor, auf deren Basis die nötigen Beitragsanpassungen zum 1. Januar 2012 vorgenommen worden sind. Die Lebenserwartung der PKV-Versicherten ist demnach seit 1997 deutlich gestiegen. Dies zeigt sich insbesondere im Vergleich zur Gesamtbevölkerung, deren Daten aus der allgemeinen Sterbetafel der Bevölkerung der Jahre 2008 bis 2010 stammen (Quelle: Statistisches Bundesamt).
Ergebnis: Heute 30-jährige Frauen werden in Deutschland im Schnitt 83 Jahre alt, PKV-versicherte Frauen jedoch 87,72 Jahre. Gleichaltrige Männer kommen in der PKV auf 84,5 Jahre Lebenserwartung, in Deutschland gesamt auf 78,4 Jahre. Heute 60-Jährige werden bundesweit im Schnitt 81,1 Jahre alt (Frauen: 84,85 Jahre). PKV-Versicherte leben jedoch vier bis fünf Jahre länger (siehe auch die Tabelle).
Die steigende Lebenserwartung lässt auch steigende Gesundheitskosten erwarten. Innerhalb der PKV haben Modellrechnungen ergeben, dass die geringe Änderung der Sterbetafel von PKV-2011 auf PKV-2012 auch nur einen sehr geringen Einfluss auf die Beiträge hat, heißt es im Rechenschaftsbericht.
portfolio international update 28.06.2012/dpo/gor





Deutsche Bank / Realtime Indikation

