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Bei Fondssparplänen ist Schmalhans Küchenmeister
Freitag, 23. Januar 2009

FRANKFURT - Was Vertriebe und Fondsbranche wie ein Mantra predigen, erweist sich in der aktuellen Baisse als Bumerang für Fondssparer: der vermeintlich allzeit vorteilhafte Cost-Average-Effekt. Wer Monat für Monat einen gleichbleibenden Betrag investiert, so die Weisheit, glättet über längere Fristen die Schwankungen an den Kapitalmärkten. Doch das gilt nicht immer: Wenn der Anleger das Gros der Spargelder in stetig steigenden Märkten investiert, verliert er bei einer Korrektur nach einer längeren Laufzeit besonders viel - gerade wegen des Cost-Average-Effekts.

Diese Gefahr veranschaulicht die am vergangenen Freitag vorgelegte Statistik des Investmentverbands BVI. Wer in den vergangenen zehn Jahren jeden Monat 100 Euro in einen Aktienfonds mit Anlageschwerpunkt Deutschland investierte, verzeichnete per Ende des vergangenen Jahres einen Verlust von 9,7 Prozent pro Jahr. Aus eingezahlten 12.000 Euro wurden am Ende 4.683 Euro.

Auf den ersten Blick besser sieht die Bilanz auf Sicht der vergangenen 20 Jahre aus: Hier verzeichneten Anleger ein Plus von 3,2 Prozent pro Jahr bei einem Deutschland-Fonds. Aus eingezahlten 24.000 Euro wurden 33.611 Euro. Eine Inflationsrate von zwei Prozent pro Jahr vorausgesetzt, lässt aber auch diese Performance - vor allem angesichts des eingegangen Risikos - alles andere als glanzvoll erscheinen.

Ein Sparplan auf internationale Aktien-, Renten- oder Mischfonds brachte auf Sicht der vergangenen zehn Jahre ebenfalls ernüchternde Ergebnisse: Ein durchschnittlicher global anlegender Aktienfonds bescherte in Gestalt eines 100-Euro-Sparplans dem Anleger einen jährlichen Verlust von 8,1 Prozent, ein Mischfonds mit Schwerpunkt Deutschland rentierte mit nominal 0,1 Prozent, ein Euro-Rentenfonds immerhin mit 2,8 Prozent pro Jahr. Nach 20 Jahren verzeichneten internationale Aktienfonds ein mageres Plus von jährlich 1,6 Prozent, Mischfonds brachten im Schnitt 3,8 Prozent und Euro-Rentenfonds 4,6 Prozent pro Jahr.

"Die beiden starken Börseneinbrüche im vergangenen Jahrzehnt haben ihre Spuren auch bei Aktienfonds-Sparplänen hinterlassen", räumt der BVI ein. Auf lange Sicht relativiere sich die "kurzfristige" Momentaufnahme, so der Verband weiter. Allerdings muss der BVI für diese Schlussfolgerung extrem lange Fristigkeiten bemühen: Wer in Aktienfonds mit Anlageschwerpunkt Deutschland 30 Jahre Monat für Monat 100 Euro angespart und 36.000 Euro investiert habe, habe im Schnitt per Ende 2008 gut 106.000 Euro erwirtschaftet, rechnet der BVI vor.

portfolio international update 26.1.2009/maa/gcu

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