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(Wiederholung von Donnerstag, 6.11.2008)
BERLIN - Die Zulassung von Variable Annuities in Deutschland steht möglicherweise auf der Kippe. Im Finanzausschuss des Bundestages, der sich am Mittwoch in einer nichtöffentlichen Anhörung unter anderem mit Neuregelungen für die Versicherungsbranche befasste, die im Gesetzentwurf zur Umsetzung der Beteiligungsrichtlinie enthalten sind, trugen mehrere Sachverständige schwere Bedenken gegen diese Produktform vor. Dies geht aus dem Informationsdienst „Heute im Bundestag“ hervor. So warnte die Verbraucherzentrale Bremen vor Risiken dieser Versicherungsgattung. In den USA hätten derzeit gerade die führenden Anbieter dieser Policen mit schweren Verlusten zu kämpfen.
Auch der Sachverständige Axel Kleinlein von der Firma „Math Concepts“ wies in seiner Stellungnahme darauf hin, dass die von der Versicherungswirtschaft geplanten neuen Policen erheblich riskanter als bisherige Garantieprodukte seien. Er befürchte einen nur eingeschränkten Schutz durch den Sicherungsfonds Protector.
Die Verbraucherzentrale Bremen empfahl, vor der Einführung dieser Produkte im Schnellgang zunächst sehr sorgfältig die krisenhaften Erfahrungen in den USA auszuwerten. Es bestehe im Übrigen in Deutschland auch deshalb keine Eile, weil die deutschen Versicherer selbst Anlass hätten, die in der Finanzkrise zutage getretenen Probleme aufzuarbeiten. Die Finanzkrise habe gezeigt, „dass der bisherige Wettlauf um die weitestgehende Deregulierung in die falsche Richtung führt“.
Der GDV hingegen bezeichnete die geplanten Variable Annuities als das richtige Produkt zum richtigen Zeitpunkt. Der Verband hatte bereits im August die Entscheidung des Bundeskabinetts begrüßt, die Einführung dieser Produkte zu erlauben. Verkauft werden sie ohnehin schon in Deutschland. Derzeit bieten zum Beispiel deutsche Versicherer Variable Annuities über ausländische Tochtergesellschaften an. Die Allianz hatte im Sommer dieses Jahres damit den Anfang gemacht. Dabei handelt es sich um fondsgebundene, sehr flexible Rentenversicherungen mit Garantien. In den USA und in Japan bilden sie bereits einen großen Teil des Neugeschäfts der LV-Branche.
Allerdings könnte im Zusammenhang mit den Reaktionen auf die Finanzkrise der deutsche Gesetzgeber wieder ins Wanken geraten und Abstand von einer Änderung des VAG nehmen, nachdem Sachverständige vor dieser Produktform so heftig gewarnt haben. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) hat hingegen keine Einwände. Sie sieht durch die Schaffung von Variable Annuities gleiche Wettbewerbsbedingungen für die Versicherer in Deutschland. Es gebe aber auch Risiken für die Versicherten, wurde eingeräumt. Eine Produktaufsicht durch die Bafin finde nicht statt.
portfolio international update 06.11.2008/kmo/maa
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