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Presseschau: Versicherer gegen mehr Transparenz bei Kickbacks
Donnerstag, 19. November 2009

FRANKFURT - Die deutschen Versicherer lehnen nach Angaben des Handelsblatts (HB) mehr Transparenz bei den heimlichen Geldströmen von Fondsgesellschaften an Versicherer ab. Auf Anfrage des HB vermied es der Branchenverband GDV, sich zu mehr Offenheit bei den so genannten Kickbacks zu äußern. Schon lange nennen Verbraucherschützer diese Rückvergütungszahlungen  ein "gut gehütetes Geheimnis", so die Zeitung weiter.

Die Geheimniskrämerei der Versicherer schade dem Kunden, sagen Experten. Nur wenn Anleger Kickbacks kennen, könnten sie die finanziellen Eigeninteressen ihrer Berater erkennen sowie Angebote vergleichen. Indes sehe sich die Versicherungsbranche bei der Umsetzung der im Koalitionsvertrag vorgesehenen Gesetzesänderung außen vor. "Der Koalitionsvertrag bezieht sich auf Kapitalanlagen und nicht expressis verbis auf Versicherungen", sagte ein Vertreter des GDV dem HB.

Unterdessen warnte der Präsident der Europäischen Zentralbank, Jean-Claude Trichet, die Versicherer vor Selbstgefälligkeit, schreibt das HB in einem weiteren Bericht. Die EZB führe die besseren Ergebnisse im dritten Quartal hauptsächlich auf die Erholung an den Finanzmärkten zurück. "Es gibt aber Gründe, die Entspannung der Gewinnsituation der Versicherer mit Vorsicht zu beurteilen", sagte Trichet vor Finanzexperten in Frankfurt.

Dem deutschen Finanzdienstleister AWD droht in Österreich ein Millionenverfahren geschädigter Anleger, berichtet die Financial Times Deutschland (FTD). Das Handelsgericht in Wien habe am Mittwoch eine Sammelklage des größten österreichischen Verbraucherverbands VKI gegen AWD zugelassen. Der VKI werfe dem AWD vor, Kunden beim Verkauf von Immofinanz-Aktien systematisch falsch beraten zu haben.

Nach Einschätzung von Michael Mewes, Leiter des Anleihenteams bei J.P. Morgan Asset Management in Frankfurt, sei es derzeit "schwer bis unmöglich" mit Unternehmensanleihen aus dem Investment-Grade-Bereich Renditen von acht bis neun Prozent zu erzielen. Dies sagte er in einem Interview mit der Börsen-Zeitung (BöZ). Derzeit hätten sich die Zinsunterschiede gegenüber Staatsanleihen wieder deutlich eingeengt und lägen je nach Index bei ungefähr zwei Prozent. Mewes gehe sogar davon aus, dass der Unterschied im weiteren Verlauf des Zyklus bis auf rund ein Prozent zurückgeht.

portfolio international update 19.11.2009/gcu/maa

   

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